Teures Autofahren

Spritverbrauch ist relevanter als Spritpreis

Vorarlberg
11.03.2026 15:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Wer an der Tankstelle über den hohen Spritpreis klagt, sollte erstmal einen Blick unter die Motorhaube des eigenen Wagens werfen. Denn der Spritverbrauch des Autos ist relevanter als der Preis an der Zapfsäule.   

In den vergangenen 20 Jahren sank in Vorarlberg der Spritverbrauch bei Diesel-Fahrzeugen um nur 0,4 Liter pro hundert Kilometer, also von 6,9 auf gerade mal 6,5 Liter, wie die Mobilitätsorganisation Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Mittwoch informierte. Dabei wurde Pkw-Lenkern schon in den 90er-Jahren das 3-Liter-Auto versprochen. Davon ist aber weit und breit nichts zu sehen. 

Die Motoren wurden zwar effizienter, doch die Entwicklung hin zu immer größeren, schwereren und übermotorisierten Modellen machte die Einsparungen durch den technologischen Fortschritt wieder zunichte. Symptomatisch für diese Entwicklung ist der SUV-Boom. Seit dem Jahr 2010 wurden in Österreich 1,3 Millionen SUV neu zugelassen. Auch wenn die Zahl sogenannter Kompakt-SUV steigt, ist das Problem, dass SUV mehr Sprit verbrauchen als vergleichbare herkömmliche Modelle. „Diese Entwicklung kommt vielen Autofahrerinnen und Autofahrern in Zeiten steigender Spritpreise teuer und belastet durch mehr CO2-Emissionen Österreichs Klimabilanz“, weist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf die Folgen der verfehlten Modellpolitik von Herstellern hin.

Bei den Benzin-Pkw ging der reale Durchschnittsverbrauch in den vergangenen 25 Jahren um 1,8 Liter von 8,4 auf 6,6 Liter pro 100 Kilometer zurück, ist aber damit ebenfalls doppelt so hoch wie das 3-Liter-Auto. Der Spritverbrauch hat einen noch größeren Einfluss auf die jährlichen Spritkosten als der Spritpreis an der Tankstelle, macht der VCÖ aufmerksam. Bei einem Spritpreis von 1,90 Euro pro Liter und einem Verbrauch von 6,5 Litern betragen die Spritkosten pro Kilometer 12,4 Cent. Wäre das 3-Liter-Auto heute schon Standard, wären die Spritkosten mit 5,7 Cent pro Kilometer nur halb so hoch. 

Langsamer fahren
Zum wiederholten Male nimmt der VCÖ die EU in die Pflicht, die mit Vorgaben dafür sorgen könnte, dass die Autohersteller wieder verstärkt günstigere und schlankere Modelle auf den Markt bringen. Zudem kann man auch selbst für einen niedrigeren Verbrauch sorgen: Tempo 110 statt 130 auf der Autobahn senkt den Verbrauch um 16 Prozent, auch vorausschauendes, gleichmäßiges Fahren spart Sprit.   

   

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