Am Donnerstag wurde das Elevate-Festival in Graz eröffnet. Der Abend darf auch als vitales Lebenszeichen der heimischen Kulturszene verstanden werden – für den Höhepunkt sorgten junge Musiker der Grazer Kunstuni.
Ein kräftiges Lebenszeichen, auch ein Zeichen des Widerstandes, hat die steirische Kulturszene bei der Eröffnung des Elevate Festivals in Graz von sich gegeben. Denn Budgetkürzungen bedrohen weite Teile der Szene: „Es muss eine Lösung für das Wegfallen der ORF-Landesabgabe geben, sonst wird es finster in der steirischen Kulturszene“, sagt Festival-Leiter Bernhard Steirer am Donnerstagabend bei der Eröffnung in der List-Halle.
„Die Zukunft ist keine Mangelware“
Doch eigentlich möchte das Festival helfen, positiv in die Zukunft zu blicken: „Die Welt ist voller Lösungen, die Zukunft ist keine Mangelware“, sagt Irina Nalis, Diskurs-Chefin des Elevate-Festivals. Unser Blick auf die Welt und deren Zukunft wird oft von multiplen Krisen und Kriegen getrübt – diese, so Nalis, möchte das Festival nicht nur verstehen helfen, sondern auch Alternativen der radikalen Hoffnung aufzeigen.
Eine Alternative etwa bot Autorin Şeyda Kurt in ihrer Eröffnungsrede, in der sie sich mit dem Begriff der „Vital Signs“, der Lebenszeichen, die heuer das Festivalmotto darstellen, beschäftigte. Was bedeutet es am Leben zu sein? Wofür leben wir – vor allem mit Blick auf die schleichende Aufrüstung, die eine Zukunft heraufbeschwört, in der wir uns und unsere Werte kriegerisch verteidigen müssen. „Warum verteidigen wir diese Werte nicht jetzt schon friedlich, im Kleinen, in der Nachbarschaft, in unseren Straßen?“, fragt Kurt. Liebe und Frieden sind für sie „keine Gefühle, sondern Handlungen. Wir müssen es nur tun.“
Die Kunst als Alternative
Eine weitere Alternative, die das Festival zu bieten hat – vielleicht die wichtigste – ist die Kunst. Bendikt Giske etwa entlockte seinem Saxophon bei der Eröffnung weit mehr als nur (ungewohnte) Töne, er zelebrierte eine Art mythisch-meditatives Ritual.
Und als Höhepunkt des Abends spielte das PPCM-Orchester der Grazer Kunstuni (geleitet vom Klangforum Wien) das epochale „Music for 18 Musicians“ von Steve Reich – ein Schlüsselwerk des musikalischen Minimalismus und Wendepunkt in Reichs Schaffen hin zur „process music“. Feinfühlig, spielfreudig und präzise bringen die jungen Musiker dieses Werk, in dem Klangschichten sich organisch ineinanderschieben, so als wüde das Orchester gemeinsam atmen, gemeinsam träumen, gemeinsam die Welt bewegen. Viel deutlicher kann man die Bedeutung der Kunst nicht unterstreichen.
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