Mit dem Appell, die Schöpfung nicht zu plündern, wenden sich Waldhüter an alle, die nun ins Freie strömen – schont die verletzliche Flora! Denn ihre Blüten sind erste Bienennahrung.
Der Frühling erblüht von Stunde zu Stunde in Niederösterreichs Wälder. Zwischen tauendem Boden und ersten warmen Sonnenstrahlen wagen sich die ersten Boten der neuen Jahreszeit ans Licht. Schneeglöckchen, Schneerosen, Palmkatzerl und bald auch der würzige Bärlauch bringen Farbe, Duft und Leben zurück. Doch was für Spaziergänger ein romantischer Saisonauftakt ist, bedeutet für die Natur eine höchst sensible Phase, in der jeder Schritt zählt.
Frühe Blüher sind wichtig für Insekten
Gerade die frühen Blüher sind überlebenswichtig für Insekten wie Bienen und Hummeln, die nun nach dem Winter dringend Nektar brauchen. Wer sie pflückt oder gar ausgräbt, zerstört mehr als eine Blume – er greift in ein fein abgestimmtes Ökosystem ein. Viele dieser Pflanzen stehen zudem unter Schutz und dürfen gar nicht mitgenommen werden. Ihr Platz ist dort, wo sie wachsen: im Sonnen durchfluteten Wald und in den zart ergrünenden Auen.
Mit dem ersten Grün beginnt aber auch die Bärlauchsaison. Sein Duft lockt jedes Jahr Tausende Sammler an. Doch „Naturverstand“ – so auch der Titel der gemeinsamen Kampagne mit der „Krone“ – heißt Maßhalten: nur kleine Mengen für den Eigenbedarf, Blätter vorsichtig schneiden, statt Pflanzen ausreißen – und nur pflücken, was man wirklich erkennt. Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern führen jedes Frühjahr zu schweren Vergiftungen.
„Was viele als unberührte Natur wahrnehmen, ist oft das Ergebnis nachhaltiger Bewirtschaftung durch Generationen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Naturverstand bedeutet, diese Lebensräume zu schützen und respektvoll zu nutzen“, betont der Präsident der Land&Forstbetriebe Konrad Mylius.
Wald: Erholungsraum und Arbeitsplatz
„Der Forst ist nicht nur Erholungsraum, sondern auch Arbeitsplatz und Lebensgrundlage für Waldbesitzerfamilien. „Unsere Wälder sind Lebensraum, Arbeitsplatz und Erholungsraum zugleich. Wer sie besucht, sollte sich bewusst sein, dass hinter diesen vielfältigen Kulturlandschaften die Arbeit vieler familiengeführter Forstbetriebe steht“, sagt Waldbesitzer Markus Hoyos. Sein Appell ist so schlicht wie dringend: „Der Frühling gehört allen. Damit das so bleibt, müssen wir lernen, ihn nicht zu pflücken, sondern zu bewahren.“
Wer die Natur und ihre geschützte Flora plündert, riskiert empfindliche Strafen!
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