Beim Hilmteich in Graz

Mariatrost: 630 Meter Kanal um neun Millionen Euro

Steiermark
25.02.2026 17:56

Ein 40 Tonnen schwerer Tunnelbohrer gräbt sich aktuell unter der Hilmteichstraße in Graz durch. Im Zuge der Bauarbeiten zur Straßenbahnlinie 1 entsteht nämlich auch ein neuer, 630 Meter langer Speicherkanal. Dadurch soll der Mariatroster Bach vor Abwasser geschützt werden.

Obwohl sie für viele Anrainer und Pendler im Grazer Norden inzwischen zum Alltag gehört, ist die Baustelle beim Hilmteich – die Straßenbahnlinie 1 wird hier ja zweigleisig ausgebaut – nach wie vor ein heißes Thema in der Landeshauptstadt.

Am Mittwoch gab es allerdings positive Nachrichten von der Holding Graz: Ein erster Meilenstein des Megaprojekts ist erreicht. Das erste Teilstück des neuen Speicherkanals, der unter der Hilmteichstraße von der Hilmgasse bis zur Stenggstraße gebaut wird, ist fertig. Rund 170 von insgesamt 630 Metern Kanalrohr liegen demnach schon unter der Erde.

Tunnelbohrer im Einsatz
Anders als vielleicht erwartet, wurde dazu aber nicht die Straße aufgebohrt: „Der Speicherkanal wird direkt unterirdisch mithilfe eines Tunnelbohrers gegraben. Das passiert zum ersten Mal so in Graz, war an dieser Stelle aber einfach die beste Lösung“, zeigt sich Projektleiter Michael Wresounig von der Holding Graz begeistert.

Am Mittwoch wurde der Tunnelbohrer zurück in die Startgrube versetzt. Ab nun gräbt er in ...
Am Mittwoch wurde der Tunnelbohrer zurück in die Startgrube versetzt. Ab nun gräbt er in Richtung Norden bis zur Stenggstraße.(Bild: Christian Jauschowetz)

Der 40 Tonnen schwere Bohrer fräst sich durch die Erde, während die Teile des Kanalrohrs kontinuierlich nachgepresst werden. In 24 Stunden schafft er so 20 bis 25 Meter. „Wir arbeiten von Montag bis Donnerstag im 24-Stunden-Betrieb“, schildert Wresounig. Die Projektkosten des Speicherkanals belaufen sich auf rund neun Millionen Euro.

Der neue Speicherkanal dient vor allem dem Schutz von Gewässern und Umwelt: „Im Mariatrostertal gibt es zahlreiche Mischwasserkanäle, die sowohl Schmutz- als auch Regenwasser führen. Wenn diese übergehen, fließt das Mischwasser in den Mariatroster Bach und belastet diesen“, erklärt der Projektleiter. Der neue Kanal kann diese Wassermengen dann auffangen und kontrolliert zur Kläranlage leiten. Im August soll er fertiggestellt sein.

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