25 Teilnehmer gesucht!

Katzen mit Tracker auf wissenschaftlicher Mission

Tierecke
08.03.2026 08:01

Was treibt Ihre Katze, wenn sie draußen unterwegs ist? Die meisten Halter ahnen es, und das Citizen-Science-Projekt „Katzen und ihre wilden Nachbarn“ macht es nun auch sichtbar. Mit GPS-Technologie, spannenden Forschungspartnern und einem Aufruf zum Mitmachen. Gesucht werden Katzenhalter, die ihrer Samtpfote eine wissenschaftliche Mission zutrauen. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Das Jagen liegt Hauskatzen im Blut – und der Mensch hat sich diesen Instinkt schon früh zunutze gemacht. Vor rund 10.000 Jahren folgten ihre Vorfahren im Fruchtbaren Halbmond dem Geruch der Vorräte: Wo Menschen siedelten, tummelten sich Nager, und wo Nager waren, waren Katzen nicht weit. Eine Partnerschaft, die sich für beide Seiten auszahlte. Jahrtausende später rückt genau dieses Verhalten auch in den Fokus der Wildtierforschung.

180 Beutetiere und ein seltener Überraschungsgast
Genau hier setzt das Projekt „Katzen und ihre wilden Nachbarn“ an. Seit dem Start 2025 haben 70 Teilnehmer aus ganz Österreich bereits 180 Beutetiere dokumentiert – verteilt auf 30 verschiedene Arten. Hausmäuse, Waldmäuse, Wühlmäuse und Vögel machen den Großteil aus. Gelegentlich bringen die Samtpfoten auch Amphibien, Reptilien, Fledermäuse oder Bilche nach Hause.

Besonders bemerkenswert: Aus dem Ennstal gibt es Meldungen über den Baumschläfer – ein nachtaktives, scheues Nagetier, das in Österreich als stark gefährdet gilt und vielerorts bereits verschwunden ist. Dass Nachweise aus derselben Region gemeldet wurden, ist für die Wissenschaft von besonderem Wert.

Die zweite Phase: Größer, vernetzter, technologischer
Auf diesen Ergebnissen baut das Forschungsteam rund um Dr. Richard Zink und Fabienne Selinger (Veterinärmedizinische Universität Wien) weiter auf. In der zweiten Phase wird das Projekt breiter angelegt und methodisch vertieft.

Maggie Entenfellner von der „Krone“-Tierecke (links) begleitet Dr. Richard Zink und Fabienne ...
Maggie Entenfellner von der „Krone“-Tierecke (links) begleitet Dr. Richard Zink und Fabienne Selinger bei ihrem innovativen Citizen-Science-Projekt „Katzen und ihre wilden Nachbarn“ seit dem Start 2025.(Bild: Imre Antal)

Neu ist die Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Technologieunternehmen Tractive, das mit seinen GPS-Trackern für Haustiere weltweit einen Namen gemacht hat. Millionen Tierhalter nutzen die handlichen Geräte, um ihre Hunde und Katzen in Echtzeit zu orten. Für das Projekt „Katzen und ihre wilden Nachbarn“ stellt Tractive seine Technologie zur Verfügung – und ermöglicht damit erstmals eine systematische Erfassung der Streifgebiete von Freigängerkatzen.

So forscht auch Ihre Katze mit
Und hier geht’s zur neuen Mission: Gesucht werden 25 Katzenhalter, die bereit sind, ihre Samtpfote für einen begrenzten Zeitraum mit einem GPS-Halsband auszustatten. Das Gerät von Tractive dürfen die Samtpfoten nach Abschluss der Untersuchung behalten, als kleines Dankeschön für einen großen Beitrag zur heimischen Wildtierforschung. Wer bereits einen Tracker von Tractive nutzt, ist ebenfalls herzlich eingeladen, sich zu bewerben.

Untersucht wird, wie groß das tatsächliche Revier einer Katze ist, wie es sich im Tages- oder Jahresverlauf verändert und welche Rolle dieses Verhalten für lokale Wildtierpopulationen spielt.

Teil der Wissenschaft werden

Groß in der Wirkung, klein im Format: Den Tractive CAT-Mini dürfen die 25 teilnehmenden ...
Groß in der Wirkung, klein im Format: Den Tractive CAT-Mini dürfen die 25 teilnehmenden Samtpfoten behalten.(Bild: Tractive)

Jede Beute zählt – bis ins kleinste Detail
Parallel dazu wird die Auswertung vertieft. Das Ludwig Boltzmann Institut untersucht künftig auch Kadaver erbeuteter Tiere, um Informationen über die Virenlast zu gewinnen. Jedes dokumentierte Beutetier liefert damit nicht nur Hinweise auf Artenverteilung und Jagdverhalten, sondern auch auf den Gesundheitszustand heimischer Wildtierpopulationen.

Im Tiergarten Schönbrunn sind „Frieda“ und „Pablo“ im Einsatz
Zu den Teilnehmenden des Citizen-Science-Projekts zählt übrigens auch der Tiergarten Schönbrunn. Wo Heu und Futter in großen Mengen gelagert werden, fühlen sich Nager naturgemäß wohl – also auch im Elefantengehege. Um das Gleichgewicht zu wahren, sind dort „Frida“ und „Pablo“ im Einsatz: zwei Hauskatzen aus dem TierQuarTier Wien, die ihre Aufgabe mit professioneller Gelassenheit erfüllen. Und ganz nebenbei Daten liefern.

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