Betrugsopfer berichtet

200.000 Euro sind weg: „Er war höchst manipulativ“

Steiermark
14.02.2026 18:00

Ein 44-Jähriger soll in großem Stil betrogen haben: Er versprach Millionengewinne, doch dann war das Geld weg. Der Schaden beträgt mindestens 400.000 Euro. Ein Opfer spricht in der „Krone“ nun darüber, wie es so weit kommen konnte.

„Wir haben uns im Gefängnis kennengelernt.“ Es ist mehr als ein Jahrzehnt her, dass Franz R. (Name geändert) auf den 44-Jährigen traf, in der Außenstelle der Justizanstalt Graz-Karlau in Maria Lankowitz. Später trafen sich die beiden wieder und wurden Freunde. „Er hat sich als Geschäftsmann verkauft“, erzählt der Steirer der „Krone“. „Er hat mir das Traden gezeigt.“ 

Seit Freitag sucht die Polizei öffentlich nach weiteren Opfern. Der Kärntner steht im Verdacht, mehrere Menschen betrogen zu haben. Wie bei Franz R. versprach er wohl, ihr Geld gewinnbringend am Aktienmarkt zu investieren. Der Schaden dürfte mindestens 400.000 Euro betragen. Anfang Februar wurde der Mann festgenommen und sitzt nun in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete die Veröffentlichung seines Lichtbildes an. Weitere Opfer werden aufgefordert, sich zu melden. 

Wie ging der 44-Jährige mutmaßlich vor? „Ich habe gesehen, wie sich die Kurse bewegen. Es war wie im Ntv oder Bloomberg“, erzählt R. Nachdem er sein Vertrauen gewonnen hatte, überzeugte der Verdächtige den Steirer, eine gemeinsame Firma in Dubai aufzubauen, um in Immobilien zu investieren. Dafür wollte er sein Geld gewinnbringend veranlagen. „Er hat alles vorgelegt und unterschrieben: Kreditverträge, Absichtserklärungen, Kontoauszüge.“ 200.000 Euro überwies Franz R. dem Verdächtigen – die Grundlage seiner Existenz und jener seiner Familie.

Verdächtiger soll falsche Investment-Konten gezeigt haben
Tatsächlich sah er, wie sich das Geld vermehrte – wie sich später jedoch herausstellen sollte, war jenes Konto nur ein Demo-Konto. „Irgendwann waren fünf Millionen Euro drauf.“ In Wahrheit hatte der Kärntner das Geld wohl längst anderweitig verwendet.

Nicht nur sein eigenes Geld hat Franz R. dem vermeintlichen Betrüger anvertraut. Auch sein Sohn soll 5000 Euro, seine Schwester 70.000 Euro und sein Stiefvater 20.000 Euro „investiert“ haben. Dann herrschte Funkstille. Vereinbarte Zahlungen kamen nie. 

„Er ist höchst manipulativ“, wirft Franz R. dem Verdächtigen – für den die Unschuldsvermutung gilt – vor. Er wisse von mindestens zehn Opfern. „Die kriminelle Energie ist extrem.“ Psychisch machte Franz R. der Vorfall schwer zu schaffen. „Wenn man von einem Freund so beschissen wird – das ist schlimm.“ Auch er plädiert nun dafür, dass ich weitere Opfer melden sollen.

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