14.05.2014 07:45 |

Auf Ground Zero

9/11-Museum wird nach jahrelangem Bau eingeweiht

Fast 13 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eröffnet in New York das Museum zu den Ereignissen von 9/11. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle werden dabei sein, wenn das Gebäude am Donnerstag auf dem Gelände des einstigen World Trade Centers eingeweiht wird. Für die breite Öffentlichkeit ist das Museum ab Mitte kommender Woche zugänglich.

Davor sollen die Angehörigen der Todesopfer, Überlebende sowie Rettungskräfte der Terrorattacke die Möglichkeit bekommen, den Erinnerungsort ungestört zu besuchen.

Das Museum soll die 2.983 Opfer der Anschläge ehren und erinnert auch an die sechs Toten beim ersten Attentat auf das World Trade Center im Februar 1993. Tausende persönliche Gegenstände von Opfern sollen zu sehen sein, dazu Ton- und Videoaufnahmen sowie Trümmerteile. Darunter sind zwei Stahlträger des World Trade Center und die Reste einer Treppe, über die sich Hunderte Überlebende retten konnten.

Wie hat 9/11 die Welt verändert?
Die Ausstellung geht auch der Frage nach, wie der 11. September 2001 die Welt verändert hat. Die Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush räumte dem Kampf gegen den Terrorismus die oberste Priorität ein - und opferte dabei auch freiheitliche Ideale der USA. Für die Exzesse stehen der Umgang mit Terrorverdächtigen im US-Gefangenenlager Guantanamo und der massive Ausbau des Überwachungsapparats des Geheimdienstes NSA. In Afghanistan zogen die USA in einen vertrackten Militäreinsatz, der mittlerweile länger als der Vietnamkrieg dauert.

Das Thema ist politisch äußerst sensibel. Vor der Eröffnung löste ein siebenminütiges Video des Museums über den radikalen Islam und den Aufstieg von Al-Kaida Verstimmungen aus. Ein interreligiöser Rat beklagte, dass der Film nicht klar genug zwischen gläubigen Muslimen und islamistischen Extremisten trenne. Mehrere muslimische Organisationen prangerten den "möglicherweise aufhetzenden" Inhalt an.

Angehörige protestieren: "Museum ist kein Friedhof"
Am vergangenen Wochenende protestierten Angehörige von Opfern dagegen, dass nicht identifizierte sterbliche Überreste in dem Museum ihre letzte Ruhestätte finden (kleines Bild). "Ein Museum ist kein Friedhof", stand auf Schildern, die Demonstranten am Ground Zero hochhielten. Auch der Eintrittspreis von bis zu 25 Dollar sorgte für Unmut - Kritikern ist das zu viel für einen nationalen Erinnerungsort.

Das Gebäude steht zwischen den beiden Granitbecken des 9/11-Mahnmals, die in den viereckigen Fußstapfen der eingestürzten Zwillingstürme eingelassen sind. An den Seitenwänden ergießen sich Wasserfälle, auf Bronzeplatten am Rand sind die Namen der Opfer eingraviert. Seit der Eröffnung zum zehnten Jahrestag der Anschläge wurde die Gedenkstätte bereits von mehr als zwölf Millionen Menschen besucht.

Milliardenteures Gedenken
Die geschätzten Kosten für Museum und Gedenkstätte überschritten am Ende laut einigen US-Medienberichten eine Milliarde Dollar. Die Stiftung hinter dem Projekt bestreitet diese Summe und spricht von Ausgaben in Höhe von 700 Millionen Dollar. Fakt ist, dass sich die Fertigstellung des unterirdischen Baus, der mehr als 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf sieben Geschossen umfasst, um drei Jahre verzögerte.

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