Was als Romanze anfängt, endet für viele als große Enttäuschung und als finanzieller Schaden. Die Opfer werden erst eingelullt und dann regelrecht ausgenommen. Doch es gibt Anzeichen.
Es ist immer die gleiche Masche, mit der Liebesschwindler im Internet auf „Beutefang“ gehen. Der potenzielle Partner schreibt romantische Sprachnachrichten, zeigt sich an der Person seines zukünftigen Opfers sehr interessiert, ruft mehrmals die Woche an – am Ende bleibt die Enttäuschung und der finanzielle Schaden.
Erste Frage nach Geld
So hat es auch Nathalie S. (Name geändert) aus Wien erlebt. Sie hat ihren „Lovescammer“ auf einer bekannten Datingplattform kennengelernt. Er gab sich als gut situierter Amerikaner aus, der sich als Hobbyarchäologe auf der Suche nach seltenen Antiquitäten in Nordafrika aufhielt. Nach ein paar Wochen E-Mail-Verkehr kam die Frage, „ob ich ihm mit 1000 Euro aushelfen könne, da er von seinem US-Konto kein Geld beheben könne und er Ware am Zoll liegen hätte“.
Der Betrüger forderte immer mehr Geld, das sie ihm auch gab. Frau S. hätte fast die Freundschaft zu zwei ihrer besten Freunde gebrochen, weil diese sie vor dem Mann warnten. Zuletzt wollte der Liebesschwindler nach Wien kommen und sie wartete am Flughafen auf ihn. Er kam nicht. „Ich hatte endlich erkannt, das dies alles nur Fake war und ich um 10.000 Euro ärmer“.
Anzeige wegen Geldwäsche
Sie ging zur Polizei und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. „Nichts passierte, außer, dass ich Wochen später von der Staatsanwaltschaft Wien wegen Geldwäsche angezeigt wurde. Nach sechs Monaten wurde die Klage fallen gelassen, weil auch die erkannten, dass dahinter eine Mafia steckt, die scheinbar in Senegal oder irgendwo sitzt“. Sie bekam dann noch eine freche Entschuldigungsmail von ihrem Betrüger, ihr Geld sah sie nie wieder. Eine Geschichte, die sich wiederholt. So verliebte sich auch Hanna K. (Name geändert) in eine Internetbekanntschaft, die sie über eine Datingplattform kennenlernte. Die Liebesbezeugungen waren so schön – zu schön. Er versprach ihr die ewige Liebe und umschmeichelte sie mit Komplimenten. Es war zu viel und sie wurde schließlich skeptisch. Als sie dann auch noch ein von ihm geschicktes Foto als Fälschung erkannte, brach sie den Kontakt sofort ab und konnte so Schlimmeres verhindern.
Worauf man beim Internet-Dating achten sollte
Wie aber kann man solche Liebesschwindler erkennen und was kann man tun, wenn man bereits geschädigt worden ist? „Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist eben nicht wahr“, erklärt Rechtsanwältin Katharina Braun. „Da werden Gefühle, echtes Interesse vorgetäuscht – genau das ist der Honigtopf, mit dem die Opfer eingelullt werden. Häufig wird zunächst vom Täter ein kleiner Betrag verlangt, der dem Opfer auch zurückbezahlt wird. Das bestärkt die Opfer im Vertrauen, es mit einer anständigen Person zu tun zu haben. Reale Treffen werden kurzfristig abgesagt oder ein ,Vertreter‘ geschickt, der den Täter mit einem Blumenstrauß entschuldigt“. Die Warnsignale? „Schnelle Innigkeit und Liebesschwüre. Bald Gespräche um Geld, finanzielle Probleme“.
Anzeige bei der Polizei sollte in jedem Fall erstattet werden. Oft stecken die Täter, die selbst oft Opfer krimineller Banden sind, im Ausland und man kann nicht auf sie zugreifen. Doch es besteht die Möglichkeit, dass der eine oder andere ermittelt werden kann und der Geschädigte sein Geld, oder einen Teil davon, zurückerhält.
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