Die Steiermark übergab den Vorsitz im Gesundheitsressort an Tirol: Tirols Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele löste ihren steirischen Kollegen Karlheinz Kornhäusl ab. Zusammen haben sie, wie sie der „Krone“ verrieten, noch viel vor. Ihr Appell: bundesländerübergreifende Zusammenarbeit!
Im Zeichen der bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit stand der Besuch des steirischen Gesundheitslandesrates Karlheinz Kornhäusl bei seiner Tiroler Landesrats-Kollegin Cornelia Hagele in Tirol. Anlass war die Vorsitzübergabe in der Landesgesundheitsreferentenkonferenz. Im Mittelpunkt des Treffens an der fhg Tirol standen aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen, die notwendige Umsetzung der Gesundheitsreform, die Zukunft der Pflegeausbildung sowie die Rolle der Digitalisierung. Begleitet wurde das politische Arbeitsgespräch von einem Besuch im Simulationszentrum der Fachhochschule fhg Tirol.
Die Herausforderungen betreffen uns alle – unabhängig von Landesgrenzen. Deshalb braucht es rasch Reformschritte und eine enge Zusammenarbeit.

Gesundheits-LR Karlheinz Kornhäusl
Bild: Christian Jauschowetz
Wohnortnahe Versorgung weiter ausbauen
Angesichts steigender Patientenzahlen, demografischen Wandels und zunehmender Komplexität der Versorgung bekräftigten Kornhäusl und Hagele ihr gemeinsames Ziel – eine stabile, leistbare und wohnortnahe Gesundheitsversorgung in und für alle Regionen.
„Die Herausforderungen betreffen uns alle – unabhängig von Landesgrenzen. Deshalb braucht es rasch wirksame Reformschritte und eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung“, betonte LR Kornhäusl. Und Hagele ergänzte: „Die Gesundheitsreform muss nun konsequent umgesetzt werden. Gleichzeitig ist klar – ohne weitergehende Strukturreformen auf Bundesebene werden wir die kommenden Jahre nicht bewältigen können.“
Niedergelassene Versorgung stärken
Auch die Stärkung des niedergelassenen Bereichs stand bei dem Treffen klar im Fokus: Ziel ist es, bis 2030 neben 30 zusätzlichen Kassen-Planstellen und Gesundheitszentren – wie dem geplanten ÖGK-Zahngesundheitszentrum in Kitzbühel – vor allem die Primärversorgung in Tirol auszubauen. Zu den bestehenden drei Primärversorgungseinheiten (PVEs) in Innsbruck, Fulpmes und Telfs sollen 13 weitere Zentren dazukommen – die „Krone“ berichtete kürzlich über das PVE Fulpmes (inklusive Schwierigkeiten beim Aufbau).
Auch im Bereich der Kinder-PVEs erhöhten nun Land und Ärztekammer den Druck auf die ÖGK, damit notwendige Strukturen endlich umgesetzt werden. Zudem fordert Landesrätin Hagele wie ihr Amtskollege Kornhäusl einen bundesweiten Topf, in den die ÖGK für jede unbesetzte Kassenstelle einzahlt und aus dem anschließend innovative Projekte finanziert werden sollen. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Modell aus der Steiermark, bei dem kassenärztliche Leistungen in Spitälern angeboten werden.
„Nicht besetzte Kassenstellen bedeuten, dass die Ambulanzen in den Krankenhäusern übermäßig in Anspruch genommen werden. Solche innovativen Versorgungsstrukturen wie in der Steiermark sind auch für Tirol durchaus denkbar und könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um Versorgungslücken rasch zu schließen“, betont Hagele.
Digitalisierung als Schlüssel zur Entlastung
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Digitalisierung im Gesundheits- und Pflegebereich. Moderne digitale Systeme sollen nicht zusätzliche Belastung erzeugen, sondern spürbare Entlastung bringen. „In der Versorgung muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Es braucht Zeit zum Zuhören und zum Dasein“, so Kornhäusl. „Diese Zeit wollen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückgeben.“ Hagele ergänzte: „Wir müssen Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte von überbordender Bürokratie und unnötiger Dokumentation befreien.“ Zusammenfassendes Fazit: Nicht jeder soll sein eigenes Süppchen kochen, sondern die Länder sollen enger zusammenarbeiten.
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