Pflegeausbildung mit Spracherwerb: Das AMS-Pilotprojekt für Vertriebene aus der Ukraine zeigt erste Erfolge. 19 Personen haben den Sprung ins Berufsleben schon geschafft. Der nächste Kurs läuft bereits.
Mit einer Initiative der pflegerischen Art hat das Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich im Vorjahr gestartet: eine Ausbildung zu Heimhelfern für Vertriebene aus der Ukraine. Dabei ging es nicht nur um berufliche Kompetenzen, sondern auch um den Spracherwerb. Von insgesamt 22 Auszubildenden haben 19 damit hierzulande den Sprung ins Berufsleben geschafft.
„Arbeit ist der beste Sprachkurs! Das ist der Leitgedanke für das neue Kursdesign, das nachgefragte Pflegekräfte gebracht hat. Wir verbinden dabei zwei Seiten zu einem Ganzen: Die starke Nachfrage nach Personal im Pflegebereich und das Anliegen geflüchteter Menschen aus der Ukraine, hier zu arbeiten und etwas beizutragen“, erklärt AMS-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.
Nun geht das Pilotprojekt in die Verlängerung – gemeinsam mit dem Verein Tralalobe und der Sozialberufeakademie Wienerwald. Mit Jahresanfang haben 24 Geflüchtete aus der Ukraine mit dem nächsten Kurs begonnen. Bis Anfang Mai wird 18 Wochen lang auch Deutsch gelernt.
Der Bedarf nach Heimhelfern nimmt zu: 136 freie Stellen waren Ende des Vorjahres beim AMS gemeldet. Seit 2021 ist die Nachfrage nach nicht-diplomierten Personal um 46,8 Prozent angestiegen. Nadiia Drach hat ihre Ausbildung bereits erfolgreich absolviert: „Ich hatte großes Glück, dass ich gleich an meiner Ausbildungsstätte einen Arbeitsplatz gefunden habe. Ich bin nun bereits seit acht Monaten im Caritas-Haus Bernadette beschäftigt.“
Prognosen zeigen, dass im Gesundheits- und Sozialwesen die Zahl der Beschäftigten in NÖ bis 2030 um rund 9100 Personen zunehmen wird.

Sandra Kern, AMS- Landesgeschäftsführerin
Bild: © Daniel Shaked
Über das AMS Mödling wurde die 45-Jährige in die Ausbildung zur Heimhilfe vermittelt. Seit mittlerweile sieben Monaten arbeitet die Ukrainerin im Pflegeheim und möchte später eine Ausbildung zur Pflegeassistentin machen. In ihrer Heimat war sie als Büroleiterin in einer Privatklinik tätig. Seit rund vier Jahren lebt die Zweifachmama nun mit ihrer Familie in Österreich.
„Ausbildung macht große Freude“
Hanna Aleksieieva absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Heimhilfe. Die 32-Jährige war als Krankenschwester und Pharmavertreterin tätig. „Mir macht die Ausbildung große Freude und ich bin vor allem über die Unterstützung beim Deutschlernen glücklich. Das ist für Ukrainer wirklich wichtig, da viele von uns noch nicht lange in Österreich leben. Mein Ziel ist es, als Heimhilfe zu arbeiten und später mein Diplom in Österreich nostrifizieren zu lassen, um als Pflegefachassistentin zu arbeiten.“ Die meisten Beschäftigten aus der Ukraine sind laut AMS übrigens in der Gastronomie, im Handel und in der Industrie zu finden.
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