Am Dienstag findet nach acht Jahren Vorlaufzeit eine mündliche Verhandlung für die Bodenaushub-Deponie Vellenberg in Völs statt: Platz für 75.000 Lkw-Fuhren über viel befahrene Götzner Straße. Ein weiteres Projekt nahm in Unterperfuss eine erste Hürde.
Platz für 370.000 Kubikmeter Bodenaushubmaterial soll die neue Deponie Vellenberg bieten, das entspricht in etwa jener Menge, die für 1200 Einfamilienhäuser anfällt. Befüllt werden soll sie über einen Zeitraum von 15 Jahren mit 75.000 Lkw-Fahrten über die enge und viel befahrene Götzner Straße. Weiters ist die Nähe zur Siedlung und der Burgruine Vellenberg nicht unproblematisch.
Gemeinden hätten Parteistellung
„Es vergeht keine Woche ohne Proteste der jeweiligen Anrainer und der Bevölkerung, die sich auch vermehrt an die Landesumweltanwaltschaft wenden. Und das, obwohl auch die jeweiligen Standortgemeinden in den Verfahren Parteistellung haben“, berichtet dazu Walter Tschon, stellvertretender Umweltanwalt des Landes.
In den letzten acht Jahren ist diese Mega-Deponie niemandem abgegangen, dringend notwendig kann sie also nicht sein.
LA Markus Sint, Liste Fritz
Nur wenige Kilometer weiter
Dass es solche Deponien brauche, werde von ihm nicht in Zweifel gezogen. Jedoch müsse vorab eine Bedarfsprüfung durchgeführt werden. Im konkreten Fall Vellenberg sei es so, dass aktuell eine weitere Bodenaushub-Deponie in Unterperfuss mit einem Fassungsvermögen von über 400.000 Kubikmeter erstinstanzlich genehmigt wurde.
Bestehende Deponien nicht voll
Fraglich sei deshalb, ob am vorgesehenen Standort ein tatsächlicher Bedarf für eine weitere Bodenaushub-Deponie dieser Größenordnung bestehe. „Zudem ist aus meiner Sicht festzuhalten, dass immer öfters bereits genehmigte Deponien innerhalb des von der Behörde festgelegten Zeitraums ihre Kubaturen nicht füllen können und folglich wir und die jeweils betroffene Bevölkerung laufend mit Fristerstreckungsanträgen konfrontiert werden. Eben ein weiterer Beleg, dass in gewissen Regionen genügend Deponiekapazitäten für viele Jahre gegeben sind“, betont Tschon.
Laut Fritz-LA Markus Sint, der in Götzens wohnt, müssten rund 35.000 Quadratmeter Wald der Deponie weichen. „Es braucht endlich eine Bedarfserhebung“, fordert Sint.
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