Am Höhepunkt seiner Karriere beendet Manfred Zöschg alias „Luis aus Südtirol“ seine Bühnenkarriere. Im Radio-U1-Interview mit Vitus Amor gewährt er viele Einblicke in sein Innerstes, die teils tief berühren.
Wie geht’s da?“ Diese Frage stellt Vitus Amor in seiner Radio-U1-Sendung seit 2024 Tiroler Persönlichkeiten. In Folge 22 ist Manfred Zöschg, besser bekannt als Kabarettist „Luis aus Südtirol“, zu Gast. Die Sendung wird am 3. Februar um 20 Uhr ausgestrahlt.
Seit mittlerweile 20 Jahren steht der 66-Jährige durchgehend auf der Bühne. „Es lief wirklich immer brutal gut“, sagt er, „weil ich mir nie Ziele gesetzt habe. Nur so kommt man leichter irgendwo hin“. Erst mit 43 Jahren hat er seine Leidenschaft für das Kabarett entdeckt – ein Spätberufener sozusagen. Jetzt fällt schön langsam der letzte Vorhang, Zöschg befindet sich auf seiner Abschiedstournee. „Auf der Bühne bin ich zwar nach wie vor liebend gerne, aber das ganze Drumherum ist mittlerweile sehr anstrengend – zum Beispiel die langen Autofahrten.“
Die Sendung wird am Dienstag, dem 3. Februar 2026, um 20 Uhr bei Radio U1 Tirol ausgestrahlt. Wiederholt wird sie am Montag, dem 9. Februar 2026, um 20 Uhr. Zudem kann sie jederzeit auch auf YouTube, Spotify, Apple Podcast sowie auf der Radio-U1-Tirol-Homepage nachgehört werden. Einfach auf den QR-Code klicken.
„Wir sind ausgewandert, nach Tirol gekommen“
Nicht von ungefähr kommt sein Künstlername. „Meine Familie stammt aus dem Ultental in Südtirol. Mein Vater besaß den schönsten Hof im Tal. Doch dann musste eine Staumauer errichtet werden, wir sind ausgewandert und über die Steiermark nach Tirol – konkret Hall – gekommen“, sagt der Kabarettist.
Er wuchs im Gasthaus auf, vor Kellner- und Kocharbeiten konnte er sich aber stets „drücken“. „Ich war schon immer technisch interessiert, somit stand früh fest, dass ich eine Kfz-Mechaniker-Lehre machen werde“, betont Zöschg.
Ich habe mehrere Charaktere ausprobiert. Plötzlich schaute ich mich an und habe mich wohlgefühlt. Das war die Geburtsstunde von ,Luis aus Südtirol’.
Manfred Zöschg
Ein Jahr tätig in Südafrika
Gesagt, getan – und Jahre später zog es ihn ins Ausland. Er wurde bei BMW vorstellig und übersiedelte nach Südafrika. „Rund ein Jahr lang arbeitete ich dort – dann holte mich plötzlich das Heimweh ein“, verrät er. Während diesem Jahres verbrachte er seine Urlaube stets in Tirol – und lernte hier auch seine künftige Frau Lizette kennen. Spannend: Obwohl sie Südafrikanerin ist, hat er sie in der Heimat getroffen! „Das war Schicksal, eine richtige Lovestory“, ist der 66-Jährige überzeugt.
Seit 40 Jahren sind die beiden verheiratet. Ihr Geheimnis? „Man muss sich gegenseitig Freiraum lassen. Es gibt viele Paare, die sich kontrollieren – furchtbar. Und Vertrauen ist natürlich das Um und Auf“, erklärt Zöschg.
Kind nach der Geburt verloren
Auch einen Schicksalsschlag galt es zu überwinden. „Unser zweites Kind, ein Bub, ist nach der Geburt gestorben. Das war das schlimmste Erlebnis. Doch es hat meine Frau und mich auch zusammengeschweißt, wir sind sogar stark aus dieser Krise herausgegangen“, spricht der 66-Jährige offen.
Gauder Fest: „Das wird nicht mein letzter Auftritt“
Die meisten Ideen für seine Bühnenprogramme kommen ihm im Halbschlaf in den Sinn. „Wenn ich mir diese dann nicht gleich notiere, vergesse ich sie“, schmunzelt der Kabarettist. Immer wieder müsse er vor seinen Auftritten den Text vorlegen, etwa beim Gauder Fest. Dort ist er seit Jahren fixer Bestandteil – Stichwort: Gambrinus Rede, im Zuge derer er Bundes- und Landespolitiker genüsslich auf die Schaufel nimmt. Auch in diesem Jahr ist er wieder dabei: „Und ich glaube nicht, dass das mein letzter Auftritt dort sein wird“.
Welche Pläne hat er für seine Pension? „Mein Lebensmittelpunkt ist und bleibt hier in Tirol. Aber ich habe mir vorgenommen, einmal zwei bis drei Monate in Südafrika zu überwintern. Das wäre schön“, strahlt er.
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