Zu viele neue Betten?

Graz: Trotz Nächtigungsrekord sinkt die Auslastung

Steiermark
27.01.2026 13:58

Graz verzeichnete im Vorjahr erneut einen Nächtigungsrekord – und dennoch sank die Auslastung. Grund: Alleine 2024 und 2025 entstanden mehr als 1700 neue Gästebetten. Während immer mehr Städtetouristen in die Landeshauptstadt kommen, bleiben Geschäftsreisen in der Krise. 

Auch 2025 verzeichnete Graz einen neuen Tourismusrekord: Exakt 1.465.754 Nächtigungen bedeuten einen Anstieg von 5,2 Prozent bzw. 72.500 Nächtigungen im Vergleich zum Jahr 2024. Allerdings: Die Auslastung bleibt unter Druck. 

Wie kann das sein? Nun, in den vergangenen beiden Jahren wurden die Kapazitäten in der steirischen Landeshauptstadt stark ausgeweitet. Zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 stieg die Bettenanzahl – vor allem im Vier-Sterne-Segment und bei Ferienwohnungen – um fast 20 Prozent (plus 1750 Betten). Die Nächtigungen legten im selben Zeitraum um 13 Prozent zu. Ein beachtlicher Wert, aber eben nicht genug, um das Auslastungsniveau zu halten. Die Folge ist ein Preiskampf, der den Betrieben zu schaffen macht. 

Von links: Dieter Hardt-Stremayr (Geschäftsführer Graz Tourismus), Michael Gerlach (Hotel ...
Von links: Dieter Hardt-Stremayr (Geschäftsführer Graz Tourismus), Michael Gerlach (Hotel Gollner), Stadtrat Kurt Hohensinner und Susanne Haubenhofer (Geschäftsführerin Erlebnisregion Graz)(Bild: Foto Fischer)

Geschäftsreisen noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau
Die beiden wichtigsten Märkte für Graz sind Österreich und Deutschland, 61 Prozent aller Übernachtungen entfallen auf diese beiden Länder. Ein besonders starkes Wachstum gab es im Vorjahr bei Gästen aus China (plus 65,3 Prozent), Ungarn (plus 37,6 Prozent), Kroatien (plus 32,9 Prozent) und Slowenien (plus 27,5 Prozent). Die stärksten Monate bleiben Juli und August. Erfreulich entwickeln sich September und Oktober, herausfordernd sind das erste Quartal und der November.

Noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegen Geschäftsreisen. Auch die Krise der (Auto-)Industrie macht sich in Graz bemerkbar. Hier erwarten sich die Verantwortlichen keine rasche Besserung. Stabiler ist der Bereich Kongresse, auch wenn im Vorjahr die Teilnehmerzahl von 63.500 auf 53.400 gesunken ist.

„Wachstum alleine reicht nicht“
Differenziert fällt die Bewertung von Tourismusstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) aus: „Wachstum alleine reicht nicht, wenn die Betriebe bei steigenden Kapazitäten und sinkender Auslastung unter Druck stehen. Genau deshalb braucht es eine klare Zukunftsstrategie statt Schönreden: Wir müssen Graz als Ganzjahresstadt stärken, damit vor allem die schwächeren Monate wirtschaftlich tragfähig werden.“ 

Der Grazer Tourismus-Geschäftsführer Dieter Hardt-Stremayr formuliert als Ziel: „Mehr Tagungen, größere Teilnehmerzahlen und ein stärkerer Fokus auf Veranstaltungen in auslastungsschwachen Zeiten – damit Graz auch außerhalb der Spitzenmonate nachhaltig profitiert.“

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