Bei der Entwicklung von Fahrzeugen geht es nicht nur um nüchterne Zahlen, sondern auch um das menschliche Fahrerlebnis. Um dieses auf höchstem wissenschaftlichen Standard zu simulieren, vereinen TU Graz und Magna ihre Kräfte und eröffnen am Campus Inffeldgasse einen der modernsten Fahrsimulatoren der Welt.
Magna und TU Graz möchten mit dem viel zitierten „China Speed“ mithalten. In Asien wird vorgelebt, wie Innovationen kostengünstig und in kürzester Zeit am Markt landen können. Um nachzuziehen, wurde der 15 Jahre alte Fahrsimulator am Campus Inffeldgasse ausrangiert und um knapp vier Millionen Euro ein neues „Advanced Driving Simulation Center“ geschaffen.
„Das ist eine einzigartige Forschungsinfrastruktur, die weltweit ihresgleichen sucht“, freut sich Rektor Horst Bischof bei der Präsentation am Dienstag. Die Zusammenarbeit mit Magna bezeichnet er als „Win-win-Situation“: Die TU Graz hat eine Spielwiese für Forschung – Magna bekommt die Ergebnisse serviert. „Alleine wäre das für jeden der Partner nicht möglich.“
Das ist eine einzigartige Forschungsinfrastruktur, die weltweit ihresgleichen sucht. Ein Meilenstein für unsere Zusammenarbeit mit Magna.

Horst Bischof
Rektor TU Graz
Bild: Jürgen Fuchs
Und so funktioniert das Kernstück des neu eröffneten Zentrums: Auf der Plattform des Fahrsimulators können beliebige Fahrzeugtypen simuliert werden – und mittels Virtual-Reality-Brille unterschiedlichste Straßensituationen. Testpersonen steigen einfach ein, lenken und bremsen wie gewohnt und geben ihr Feedback. „Von der feinen Straße bis zur Offroad-Strecke lässt sich alles simulieren – man kann auch virtuell den Schöckl runterfahren“, sagt Martin Peter von Magna.
„China Speed“ auch in der Steiermark
Anhand der Daten lassen sich anschließend Fahrkomfort und -dynamik diverser Modelle verbessern. „Unsere Kunden aus der ganzen Welt können hierherkommen“, meint Peter. „Gemeinsam mit der TU schaffen auch wir China Speed. Bessere Qualität wird in kürzerer Zeit am Markt sein.“
„Mit dem neuen Simulator schließen wir die Lücke zwischen theoretischer Fahrzeugmodellierung und realer menschlicher Wahrnehmung“, bringt es Arno Eichberger auf den Punkt, der als Leiter des Instituts für Fahrzeugtechnik für den wissenschaftlichen Betrieb des Prüfstands zuständig ist. „Das beschleunigt Entwicklungsprozesse – weit bevor echte Fahrzeugprototypen zur Verfügung stehen“, ergänzt Severin Stadler, Leiter für Forschung und Entwicklung bei Magna.
Und auch das erste konkrete Projekt steht schon vor der Tür: Mit einem Simulator-Aufsatz, der einen Bus darstellt, sollen stehende und sitzende Fahrgäste den Fahrkomfort in fahrerlosen Öffis testen. Simulationen, die heute noch surreal wirken, aber schneller, als wir glauben, auf den Straßen zur Realität werden könnten.
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