Die dreiwöchige Totalsperre der Bahnstrecke zwischen Rum und Innsbruck (Tirol) begann ohne Chaos für Fernreisende und Pendler. Umsteigen in Jenbach, Hall und Rum ist unumgänglich – ebenso ein gewisser Zeitverlust.
Der Neustart nach der weihnachtlichen Auszeit begann für viele Tiroler Pendler mit Schienenersatzverkehr. Denn der Abriss und Neubau der Rauchmühlbrücke macht die Bahnstrecke, die von bis zu 270 Zügen täglich frequentiert wird, unpassierbar.
Minus 12 Grad beim Umsteigen in Hall
Und so bewegte sich am Mittwoch um 8.32 Uhr eine Fußgängerkarawane vom Bahnsteig in Hall zum bereits warm gelaufenen ÖBB-Bus. Eine freundliche Dame in roter ÖBB-Warnweste wies den Weg – ihr Lächeln half über etwaigen Frust bei minus 12 Grad hinweg. Wie bei anderen Bussen an diesem Morgen blieben noch Plätze frei. Nur 19 Minuten später – auch weil die A12 bei Hall nun baustellenfrei ist – erfolgte die Ankunft beim Frachtenbahnhof in Innsbruck. Veranschlagt sind offiziell 27 Minuten.
„Egal, wenn es so problemlos läuft . . .“
„Von der Sperre habe ich nichts gewusst, aber wenn es so problemlos geht, ist mir das egal“, lachte Niko, Tourismus-Angestellter aus dem Zillertal, bei seinem Innsbruck-Ausflug. Am Frachtenbahnhof tummelten sich weitere Helfer, um die Pendler und Reisenden in die Busse der Gegenrichtung (Hall bzw. bei Fernreisen Jenbach) zu lotsen.
Mehrere Optionen möglich
Pendlern aus dem Unterland bleiben bis 29. Jänner mehrere Optionen: Der geschilderte Zugausstieg in Hall mit anschließendem Schienenersatzverkehr – oder man nutzt REX-Züge und wechselt erst in Rum zum normalen Netz der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB). In einzelnen Pendler-Zügen aus dem Unterland kann man sogar sitzen bleiben, auch wenn man sein Büro mitten in Innsbruck hat. Denn sie werden über den Umfahrungstunnel („Sautrog“) umgeleitet und dann von Süden direkt zum Hauptbahnhof geführt.
Plan B für rund 11.500 tägliche Pendler nötig
„Der erste Vormittag ist gut gelaufen“, zog ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair auf „Krone“-Nachfrage eine Bilanz. Rund 90 Busse von ÖBB und Privatunternehmen waren bereitgestellt worden, um den rund 11.500 täglichen Zugpendlern nach Innsbruck einen Plan B zu bieten. Die nötigen Fahrer wurden aus halb Österreich zusammengetrommelt.
Am Montag vermutlich mehr Andrang
Klar ist: Am 7. Jänner befanden sich viele noch in den ihren verlängerten Weihnachtsferien. „Der echte Härtetest, was die Zahlen betrifft, wird der nächste Montag“, blickt Gasser-Mair voraus. Negative Überraschungen seien angesichts des gut angelaufenen Systems aber unwahrscheinlich.
Trotzdem ist es ratsam, sich ständig darüber zu informieren – etwa über die „Scotty“-App der ÖBB oder via Anzeigetafeln an den Bahnhöfen. Mehr Zeit einplanen!
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