Mittlerweile setzt der blaue Salzburger Raumordnungslandesrat Martin Zauner bei den Plänen für Beschleunigungsgebiete für erneuerbare Energie auf Photovoltaik. Vor einigen Wochen stand noch Wasserkraft hoch im Kurs.
Seit mehr als zwei Jahren sind die EU-Vorgaben zum beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien bekannt. Bis 21. Februar haben die Bundesländer Zeit, Beschleunigungsgebiete zum Kraftwerksausbau vorzulegen. In Salzburg gibt es, wie von der „Krone“ berichtet, Wirbel um einen neuen Paragrafen im Raumordnungsgesetz.
Laut Entwurf sind Beschleunigungsgebiete für alle erneuerbaren Energieformen, also Wind-, Wasser-, Solarkraft und noch weitere möglich. Konkrete Flächen legt die Landesregierung per Verordnung fest, diese sind aber sogar im Landschaftsschutzgebiet möglich.
Darunter würden etwa Gebiete wie der Mönchsberg und der Wallersee fallen. Der zuständige FPÖ-Landesrat Martin Zauner hat betont: „In der Verordnung zu den Beschleunigungsgebieten wird nur Photovoltaik drinnen stehen.“ Die Gebiete sollen entlang der Autobahnen liegen. Das war aber nicht immer so klar. Noch im Herbst sahen die Pläne ganz anders aus.
„Zusammenfassend wurde es aus Sicht der Landesregierung nicht für sinnvoll erachtet, Beschleunigungsgebiete für Windenergie und/oder Photovoltaik auszuweisen“, hieß es in einer Anfragebeantwortung von Zauner im Oktober 2025 an die Grünen im Landtag.
Windkraftprojekte auf bisherigem Verfahrensweg
Damals wollte das Land noch Beschleunigungsgebiete für die Wasserkraft forcieren. Jetzt ist plötzlich alles anders und Photovoltaik steht hoch im Kurs.
Wie es dazu kam? „Wir haben aktuell kein Wasserkraftprojekt im Land, das sich für ein Beschleunigungsgebiet eignen würde, deshalb sind wir auf Photovoltaik gegangen“, erklärt Zauner. „Energiewirtschaftlich wäre Wasser zu bevorzugen“, verweist der Landesrat auf die gleichmäßigere Stromproduktion.
Wasserkraft steht bei der FPÖ generell hoch im Kurs. Ex-Soziallandesrat Christian Pewny etwa betreibt an der Enns in Flachau selbst ein Wasserkraftwerk. Einen weiteren Meinungsschwenk zur Windkraft schließt Zauner aus. Der sei mit der FPÖ nicht drinnen, versichert er.
„Es wird keine Schnellschüsse bei der Windkraft geben“, sagt der Landesrat. Die bereits laufenden Projekte etwa am Windsfeld in Flachauwinkl oder am Lehmberg bei Thalgau würden mit den herkömmlichen Verfahren und nicht als Beschleunigungsgebiete abgewickelt.
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