Folge des Klimawandels

Jetzt werden Lawinen aus Kunstschnee zur Gefahr

Tirol
06.01.2026 08:00

Dass jemals ein Schneebrett Skifahrer auf der Streif mitreißen und verschütten würde, hätte bis zum Silvestertag wohl keiner gedacht. Tatsächlich nehmen Lawinen aus Kunstschnee in Zeiten des Klimawandels merklich zu.

Zwei Verletzte forderte, wie berichtet, das Schneebrett aus Kunstschnee am Silvestertag in Kitzbühel. Laut Tiroler Lawinenwarndienst lagerte Kunstschnee auf einer zuvor gebildeten Schwachsicht in dem gesperrten Bereich. Drei Skifahrer, die dort einfuhren, lösten die Schneemassen aus. Zwei 16-Jährige erlitten Verletzungen.

Rettungseinsatz nach der Lawine auf der Streif
Rettungseinsatz nach der Lawine auf der Streif(Bild: Markus Wenzel)

Heuer schon vier Kunstschneelawinen
Dem Lawinenwarndienst sind im laufenden Winter bisher insgesamt vier Kunstschneelawinen bekannt. Eine ging am 6. Dezember am Leppleskofel (Osttirol) ab, eine am 21. Dezember bei der gesperrten Talabfahrt im Skigebiet Zell am Ziller und eine am Stefanitag am Gaisberg bei Obergurgl. Sie bestand zum Teil aus Kunstschnee und löste sich neben einer Piste. Außer Kitzbühel waren nirgends Personen betroffen.

Zitat Icon

Wenn es im Winter stark regnet, lagert sich Wasser am Boden ab, sodass die Schneedecke rutschen kann. Gleitschneelawinen können entstehen.

Patrik Nairz, Leiter Lawinenwarndienst Tirol

„Hotspot“ Hochimst
(Schlechte) Bekanntschaft mit diesem Lawinenphänomen machten bisher aber besonders die Betreiber des Skigebietes von Hochimst (Bezirk Imst). Dort löste sich jeweils im Dezember 2022 und 2023 auf derselben gesperrten Piste und im gleichen Hang jeweils eine Gleitschneelawine. Der Vorfall blieb auf den gesperrten Bereich beschränkt, niemand kam zum Glück zu Schaden.

2023 ging in dem steilen, gesperrten Pistenbereich eine Mischung aus Kunst- und Naturschnee ab. Es handelte sich um eine klassische Gleitschneelawine.

Meist sind es Gleitschneelawinen
„Gleitschneelawinen aus Kunstschnee sind häufiger“, schildert Patrick Nairz, der Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes. Sie stellen auch Folge des Klimawandels dar. Und die können sich zu jeder Tages- und Nachtzeit lösen – ganz ohne Belastung durch einen Wintersportler.

Gesperrte Pisten meiden
Nairz: „Wenn es im Winter stark regnet, lagert sich Wasser am Boden ab, sodass die Schneedecke rutschen kann. Zudem lassen aufgeheizte Böden durch heiße Sommer die Schneedecke feucht werden – Gleitschneelawinen entstehen.“ Einziger Schutz vor Kunstschneelawinen: Gesperrte Pisten meiden!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt