„Danke, Onkel Trump!“
Exil-Venezolaner feiern Maduros Gefangennahme
Fast acht Millionen Menschen sind über die Jahre aus Venezuela emigriert. Jetzt, nach der Gefangennahme Maduros, herrscht in einigen Ländern Ausnahmezustand – viele Migranten feiern, dass sie bald zurück nach Hause können. Maduros Anhänger hingegen protestieren gegen seine Festnahme.
Nach dem US-Militäreinsatz und der Gefangennahme des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro, herrscht unter den auf zahlreiche Länder verteilten Migranten Freude und Erleichterung. Viele Venezolaner wollen so rasch wie möglich in die Heimat zurückkehren. In den Aufnahmeländern sind die venezolanischen Migranten oft nicht gerne gesehen. Das gilt insbesondere für Chile, wo der künftige ultrarechte Präsident José Antonio Kast die Abschiebung von fast 340.000 im Land lebenden Zuwanderern ohne Aufenthaltspapiere angekündigt hat, von denen ein Großteil aus Venezuela stammt.
„Riesensache für uns“
Im Zentrum der Hauptstadt Santiago versammelte sich am Samstag eine lautstark feiernde Menge von Venezolanern auf der Straße. Viele trugen die venezolanischen Nationalfarben Gelb, Blau und Rot. „Dies ist eine Riesensache für uns“, sagte die 61-jährige Verkäuferin Yasmery Gallardo über die Entmachtung Maduros. Unter dessen knapp 13-jähriger Herrschaft hatte sich die wirtschaftliche Lage in Venezuela dramatisch verschlechtert und die politische Opposition bekam immer weniger Luft zum Atmen.
Ein venezolanischer Influencer konnte seine Freude über die Festnahme Maduros kaum bändigen. „Danke, Onkel Trump!“, ruft er in die Kamera.
„Jahre der Folter sind vorbei“
Die meisten venezolanischen Migranten hat das Nachbarland Kolumbien aufgenommen – es sind fast drei Millionen. In der Hauptstadt Bogotá zeigen sich die Menschen glücklich und „Donald Trump sehr dankbar“. Dem Sicherheitswärter Yeiner Benítez traten die Tränen in Augen, als er in Bogotá von den Zuständen in seinem Heimatland erzählte: „Dies waren sehr harte Jahre – Jahre des Hungers, der Misere und Folter, von verlorenen Freunden – Freunden, die verschwunden sind.“ Die Gefangennahme Maduros ist für ihn ein Ausdruck „göttlicher Gerechtigkeit“. In Venezuela selbst wurden bereits Plakate mit Maduros Gesicht entfernt. Videos zeigen, wie die Menschen lautstark jubeln, als das Poster fällt.
Maduro-Anhänger protestieren
Während viele seine Festnahme feiern, protestieren Maduros Anhänger dagegen: Videos zeigen seine Fans, wie sie mit dem Schlachtruf „Maduro hält durch, das Volk erhebt sich!“ durch die Straßen von Caracas ziehen.
USA wollen Land in Übergangszeit regieren
Bislang ist die Lage in Venezuela noch diffus: Trump hat angekündigt, dass die USA für eine Übergangszeit selbst das südamerikanische Land regieren würden. Andererseits ist die linksgerichtete Regierung nach der Gefangennahme Maduros nicht verschwunden – Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde noch am Samstag vom venezolanischen Obersten Gericht zur Interimspräsidentin ernannt.








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