Wie die medizinische Versorgung Niederösterreichs künftig funktionieren soll, wurde gestern präsentiert. Dabei sind auch mehr Kassenärzte geplant. Die große Frage bleibt allerdings, woher diese kommen sollen. Und der NÖ-Ärztekammerpräsident hatte für den am Montag breite Kritik im Gepäck.
„Unser Gesundheitssystem steht ordentlich unter Druck. Immer mehr Geld in ein ineffizientes System zu stecken, wird in Zukunft auch nicht funktionieren“, erklärte NÖGUS-Landesrat Martin Antauer (FPÖ) gestern bei der Präsentation des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) im St. Pöltner Landhaus. Dieser zeigt die „gesundheitspolitische und rechtlich abgesicherte Speisekarte in NÖ, nach der man planen kann“, wie es Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) formulierte.
Ausbildungsstellen für Ärzte erhöht
Hannes Weninger (SPÖ) freute es, dass die fehlenden Teile des RSG, die man seit Jahren einfordere, nun da seien. Die Erhöhung der Arztausbildungsstellen von 750 auf 1000, das Bekenntnis zur bundesländerübergreifenden Versorgung und flexiblere Anpassungen strich er besonders heraus.
Mehr Ärzte, aber woher?
Was der Plan sonst noch vorsieht? Die Streichung von 577 stationären Spitalsbetten, wie die „Krone“ bereits berichtete. Dafür sollen ambulante Betreuungsplätze um 547 auf 710 ansteigen. Künftig sollen 273 Betten für die Akut-Geriatrie und Remobilisation kommen. Im niedergelassenen Bereich soll es 113 Planstellen mehr geben, bei Hausärzten steigen diese von 779 auf 805 an. Wie will man aber die neuen Stellen besetzen, wenn sie es jetzt schon nicht kann und die Stellen seit 2019 rückläufig sind? „Der Plan steht und fällt mit der Ärzteschaft“, so Robert Leitner von der ÖGK.
Breite Kritik der Ärzte
Den Plan, das Gesundheitssystem fitter zu machen, begrüßte NÖ-Ärztekammerpräsident Harald Schlögel, der mit breiter Kritik auch aus Stellungnahmen von 25 Bezirksärztevertretern auftrat: „Der RSG ist in entscheidenden Punkten zu vage und lässt zentrale Bereiche unberücksichtigt.“ Volker Knestl (NÖGUS) entgegnete, dass vieles leider so vom Bund geregelt sei und den Landesplanern da die Hände gebunden sind.
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