Es ist nur eines von zwei „echten“ Spitälern im Waldviertel, das nach den Plänen des niederösterreichischen Gesundheitspaktes übrig bleiben soll. Und nach dem Riesenwirbel vor zwei Jahren wegen unethischer Aussagen glänzt dort nun ein weiterer Primar mit solchen. „Da hilft nur mehr Auschwitz“, soll er zum Fall einer übergewichtigen Patientin gesagt haben.
Mit Skandalsagern von Primaren kommt das Landesklinikum Horn nicht mehr zur Ruhe. Laut „Krone“-Recherchen schlug nun das Personal des Spitals wegen eines leitenden Arztes selbst Alarm und schilderte unfassbare Szenen, die es mit Patienten und Personal gegeben haben soll.
Die roten Linien von Menschlichkeit und Professionalität soll unter anderem eine Metapher aus dem Nationalsozialismus gewesen sein. So meinte er im Mitarbeiterkreis zum Fall einer übergewichtigen Patientin, dass da „nur mehr Auschwitz helfe“. Gemeint wäre hier klar das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau gewesen, wo zu Zeiten des NS-Regimes Unmengen von Personen auf unmenschlichste Art ihr Leben lassen mussten. Dabei wurde nicht nur die schreckliche Verhöhnung der Patientin geortet, sondern auch die mutmaßliche Verharmlosung des rechtsradikalen Gedankengutes.
Patienten und Personal angeschrien
Weiters wird dem Primar vorgeworfen, dass er mit Schreiereien und weiterem für ein untragbares Arbeitsklima sorgt. „Aggressiv und unprofessionell“ sei sein Verhalten, wodurch ein Klima der Angst und Verunsicherung entstanden sein soll. Anschreien von Patienten würde fundamental die Patientenfürsorge verletzen, das Pflegepersonal würde sich sogar zum Teil schon weigern, ihn auf Visiten zu begleiten.
Wieder Skandalsager von Primar
Es ist nicht der erste Fall, der für großen Wirbel im Landesklinikum Horn sorgt. Erst 2023 kam es zu einem Vorfall mit einem Primar, der zu einem Patienten gesagt haben soll: „Was wollen‘S? Sie sind 90, Sie werden sterben!“ Der Fall, den die „Krone“ damals aufgegriffen hatte, schlug hohe Wellen und löste eine Debatte aus, was ein Primararzt noch sagen dürfe und was nicht. Der Skandal-Primar von damals ging einige Monate später in Pension.
Eines von zwei „echten Spitälern“
Dabei ist das Krankenhaus Horn nur eines von zwei Spitälern im gesamten Waldviertel (ausgenommen Krems), das nach den Plänen des niederösterreichischen Gesundheitspaktes mit zig-Millionen saniert und als klassisches Spital erhalten bleiben soll, während alle anderen Häuser zusperren oder in Zukunft andere Aufgaben erfüllen müssen. Warum es gerade wieder im „Elitehaus“ Horn zu so einem Vorfall gekommen ist, bleibt fraglich.
Primar ist bereits gekündigt
Die NÖ Landesgesundheitsagentur bestätigt auf „Krone“-Anfrage: Nach Bekanntwerden eines Vorfalls im Landesklinikum Horn am Freitag wurde die betroffene Person unverzüglich vom Dienst freigestellt. Der niederösterreichische Spitalsbetreiber betont, dass „nach dienstrechtlichen Erhebungen nun zum ehestmöglichen Zeitpunkt das Dienstverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet“ worden sei.
Lernen aus der Vergangenheit ...
„Derartige Äußerungen stehen im direkten Widerspruch zu unseren Grundwerten. Sie sind aufs Schärfste zu verurteilen und werden von uns in keiner Weise toleriert“, heißt es heute von der Landesgesundheitsagentur. Vor zwei Jahren klang die Stellungnahme zum anderen Fall da noch ganz anders, heute heißt es: „Derartige Aussagen stellen zudem eine massive Verletzung der dienstlichen Pflichten dar. Wir legen Wert auf ein respektvolles, wertschätzendes und rechtskonformes Arbeitsumfeld für alle unsere Beschäftigten.“ Die von der „Krone“ angeregte Debatte, was ein Primar sagen und tun darf und was nicht, dürfte also Früchte getragen haben ...
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