Die Spendenbereitschaft ist im Advent traditionell hoch – und Hilfe für Armutsbetroffene im Winter nötiger denn je. Um die Herzen und Geldbörsen zu öffnen, lassen sich Wiener Hilfsorganisationen ständig Neues einfallen, vom Gratis-Punsch bis zum karitativen Wettstreit unter den Bezirken.
Sich ein Häferl Punsch kaufen kann man im Advent in Wien an unzähligen Orten, manchmal – etwa beim Punschstand der „Gruft“ vor der Mariahilfer Kirche – sogar für den guten Zweck. Der Samariterbund hat den Spieß aber zuletzt umgedreht und mit prominenter Unterstützung – Kabarettist Hosea Ratschiller, Musiker Roman Gregory und Sänger Georgij Makazaria – Punsch hergeschenkt, um Spendern zu danken.
Wenn der Adventkalender auf dem Kopf steht
Gesammelt wurde vor dem Museumsquartier alles an haltbaren Lebensmitteln, was sich für den Samariter Suppentopf verkochen lässt. Die Aktion, die täglich 400 warme Mahlzeiten für Armutsbetroffene in Wien hervorbringt, soll natürlich auch ohne Promis funktionieren: Gesucht werden Freiwillige, die beim Kochen der Mahlzeiten helfen, aber auch – steuerlich absetzbare – finanzielle Unterstützung. Gekocht wird extrem preisbewusst: Mit fünf Euro finanziert man eine Mahlzeit.
Unterstützung für Menschen in Not auf dem kürzestmöglichen Weg will auch die Volkshilfe Wien mit ihrem „umgekehrten Adventkalender“ bieten. Die Idee dahinter: Statt jeden Tag etwas aus einem Kästchen herauszuholen, soll man bei sich daheim jeden Tag eine kleine Sachspende in eine Schachtel geben und die dann bei einer der fünf Sammelstellen abgeben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Aktion begeben sich heuer auch alle Wiener Bezirke dafür in einen kreativen Wettstreit.
Jeder Bezirk gibt etwas in den Karton
Für jeden Tag im Advent steht ein Bezirk Pate, zur Freude der Volkshilfe über alle Parteigrenzen hinweg: Innere-Stadt-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) hat sich zum Beispiel schon mit warmen Socken eingestellt, sein Leopoldstädter Kollege Alexander Nikolai (SPÖ) mit Duschgel. Was sich die anderen Bezirke einfallen lassen, ist Tag für Tag als neues „Adventkalender-Kästchen“ auf der Instagram-Seite der Volkshilfe Wien zu sehen.
Die Öffentlichkeitswirkung funktioniert zum Glück: Schon am ersten Tag der Aktion kam ein Spender mit einer riesigen Kiste voller Konservendosen in der Volkshilfe-Zentrale in Favoriten vorbei. Was für die meisten Menschen unbeachteter Alltagsbedarf ist, bedeutet im Volkshilfe-Notquartier „Nordlicht“ echte Weihnachtsfreude: Eine gespendete Tafel Schokolade ist meist die einzige Tafel Schokolade in diesem Jahr, die jemand dort für sich alleine hat. Meistens wird sie dann aber mit allen anderen geteilt.
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