Talentschmiede Vulkaninsel: Der isländische Star-Pianist Vikingur Ólafsson ist spezialisiert auf Johann Sebastian Bach und hat mit seinen Aufnahmen die Marke von einer Milliarde Streams geknackt. Der 41-jährige Grammy-Gewinner 2025 gastiert nun im Wiener Konzerthaus.
Die isländische Vulkaninsel im äußersten Nordwesten Europas ist eine regelrechte Talentschmiede, die auch im künstlerischen Bereich große Namen vorzuweisen hat. „Vielleicht weil wir nur knapp 400.000 Isländer sind und wir von Anfang geprägt sind, irgendwie irgendwas zu machen“, sinnierte Sopranistin Álfheiður Erla Guðmundsdóttir, die am Theater an der Wien gerade als „Alice“ (in Wonderland) brillierte, im „Krone“-Gespräch über das Erfolgsrezept ihrer Landsleute: „Wir Isländer haben große Ziele, tolle Lehrer und erhalten eine wirklich gute Ausbildung!“
Davon kann auch der 41-jährige Pianist Vikingur Ólafsson ein Lied singen, der heute Abend im Wiener Konzerthaus gastiert. Er hat eine neue junge Generation in Sachen Klaviermusik im Besonderen für seinen Lieblingskomponisten Johann Sebastian Bach begeistert.
Im vergangenen Jahr durchbrach er im Internet mit seinen Aufnahmen die unglaubliche Marke von einer Milliarde (!) Streams: „Mein erster Gedanke, als ich damals davon hörte, galt Bach“, sagt Ólafsson im SZ-Magazin, „und wie schön es wäre, wenn er davon erfahren könnte, weil Bach seine Musik damals für fast niemanden geschrieben hat. In seinem ganzen Leben veröffentlichte er gerade mal vier schmale Bände mit Kompositionen!“
Über 100 Mal spielte Starpianist Rudolf Buchbinder (79) in den über 60 Jahren seiner Weltkariere Beethovens „Diabelli-Variationen“: Nun führt er die „33 Veränderungen über einen Walzer von A. Diabelli“ erneut im Wiener Konzerthaus am 14. Dezember auf. „Eines der spannendsten Werke, für mich ein Lebensmotiv“, sagt Buchbinder, „Beethoven nutzt die Veränderungen, um Charaktere zu analysieren. Ein Mikrokosmos des Genius’ Beethovens.“ Restkarten!
Ólafsson wuchs in Islands Hauptstadt Reykjavík auf, wurde von seiner Mutter, einer Klavierlehrerin, unterrichtet und studierte an der Juilliard School in New York. Mit 29 ging er nach Berlin, wo er sich, wie er sagt, eine kleine Fangemeinde aufbauen konnte. Dann kam der Anruf der Deutschen Grammophon, die ihn unter Vertrag nahm, und die späte Karrierezündung erfolgte. Mit Turbo! 2025 gab es als Krönung einen Grammy für die beste Solo-Instrumentalaufnahme.
In Wien spielt er natürlich Bach, denn Ólafsson ist überzeugt: „Bach bringt die Welt ins Gleichgewicht!“
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