Fußball trifft Operette trifft Ballett: Die Uraufführung von „Aschebrödels Traum“ gerät zur nächsten Strauss-Jahr-Merkwürdigkeit.
„Ich habe fertig!“ An diesen legendären Ausspruch von Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni muss man denken, wenn die Volksoper in „Aschenbrödels Traum“ auch noch auf Fußball setzt. Es sind Sehnsuchtsworte für das Ende der Strauss-Jahr-Aktionen, bei denen man hoffen muss, dass sie den Jubilar nicht beschädigen.
Nach der Bruchlandung mit der „Nacht in Venedig“ platzt in der Volksoper auch „Aschenbrödels Traum“ mit „Freundlicher Unterstützung durch Johann Strauss 2025 Wien“ als allzu wirre, eher fade Revue. Regisseur und Librettist Axel Ranisch und Komponistin Martina Eisenreich nahmen das Fragment „Aschenbrödel“ aus Schanis Todesjahr als Startpunkt für eine „Märchenoperette“, gegen die die krudeste Barockopernhandlung eine hochstringente Sache ist.
Das Libretto zum „Aschenbrödel“ ging 1898 aus einem Wettbewerb hervor. In der Jury saßen Kritiker Eduard Hanslick und Operndirektor Gustav Mahler. Der siegreiche Schreiber hieß Albert Kollmann. Doch gilt seine Frau, Pianistin Tony Colbert, als Verfasserin.
Ranisch hat all das und noch mehr zusammengewimmelt: Im Heute bezieht ein Junge namens Aschenbrödel mit seinen Influencer-Schwestern eine neue Wohnung, wo es spukt: Schreibkraft Ida Grünwald aus dem Jahr 1898 tippt unterm Dach ein Aschenbrödel-Libretto, dazu fährt der Walzerkönig als Goldstatue aus der Versenkung auf. Mahler und Hanslick streiten sich in zwei Logen, während Aschenbrödels Stiefmutter (Ruth Brauer-Kvam), wie eine Cissy Kraner für Arme, ihr strenges Regiment und eine tanzende Fußballmannschaft führt. Starkicker Danny verliebt sich in Aschenbrödel und ein Hetero-Paar tanzt das Ganze auch als Parallelaktion im Jahr 1898. Noch Fragen?
All das findet nicht überzeugend zusammen, und die Chose kommt nur phasenweise in Schwung. Die Musik vermanscht viel Strauss, durchaus kokett, aber irgendwie auch so harmlos, als käme sie aus dem KI-Generator. Mikroportverstärkt mühen sich vor allem die bekannten Volksopern-Kräfte mit viel Einsatz dafür ab.

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