Tiere auf der Flucht

Nach Cowboy-Art vom Sattel aus auf Rinderjagd?

Oberösterreich
27.11.2025 19:00

Die aus einem Mühlviertler Stall ausgerissenen Jungtiere waren nach mehreren Tagen auf der Flucht schon einigermaßen scheu und aggressiv. Western-Reiter boten den im Großraum Helfenberg eingesetzten Feuerwehrleuten deshalb ihre Unterstützung an. Diese wollten zunächst aber noch auf andere Art probieren, die Rinder zurück in den Stall zu locken.

Es ist der Duft der Freiheit, der den am Dienstag in der oberösterreichischen Ortschaft Altenschlag (Gemeinde Helfenberg) entlaufenen Rindern offenbar derart gut gefiel, dass sie freiwillig nicht mehr zurück in ihren Laufstall wollten.

Die wanderlustigen Wiederkäuer hatten eine gemauerte Einfriedung überwunden und waren in den etwa 30 Hektar großen Kirchenwald am Abhang zwischen Altenschlag und Helfenberg geflüchtet. Vermutet wird, dass sie durch etwas erschreckt worden waren.

Die Einsatzkräfte hatten auch zum eigenen Schutz Stöcke dabei.
Die Einsatzkräfte hatten auch zum eigenen Schutz Stöcke dabei.(Bild: FF Helfenberg)

Tapfere Feuerwehrleute
Von zunächst 17 Ausreißern hielten sich am Donnerstagabend immer noch zwei in freier Wildbahn auf. Dank des tapferen Einsatzes von vier Feuerwehreinheiten war es zuvor gelungen, zumindest die anderen 15 Jungrinder wieder einzufangen.

Doch jene, die sich noch in Freiheit aufhielten, wurden offenbar zunehmend scheuer und wilder. Für die Einsatzkräfte waren gefahrlose Annäherungsversuche kaum noch möglich.

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Wir richten Futterstellen ein und versuchen so, die Rinder anzulocken. Vielleicht gelingt uns damit auch, dass sich die nervösen Tiere wieder etwas beruhigen.

Andreas Breiteneder, Kommandant der FF Altenschlag

„Wir bauen jetzt Futterstellen auf, mit denen wir die Rinder anlocken wollen“, erklärte Andreas Breiteneder, Kommandant der FF Altenschlag. Mithilfe von Drohnen sollten außerdem die aktuellen Standorte der Ausreißer ausgekundschaftet werden. „Wir hoffen, dass sie sich wieder ein wenig beruhigen und dann in den Stall zurücktreiben lassen.“

Die Rinder flüchteten in den Wald.
Die Rinder flüchteten in den Wald.(Bild: FF Helfenberg)

Experte mit interessanter Idee
Mit einer interessanten Idee meldete sich Max Dobretsberger (68), Veterinär und Ex-Gestütsleiter der berühmten Lipizzaner-Zucht in Piber, bei der „Krone“: „Wir haben einmal in Niederösterreich mit Noriker-Pferden stark verwilderte Rinder zurück ins Gatter getrieben. Diese wurden von mir vom Sattel aus mit einem Beruhigungsmittel sediert, das hat funktioniert.“

Der bekannte Naturfilmer und Mustangzüchter Erich Pröll aus Goldwörth warnte allerdings davor, so etwas mit Pferden ausprobieren zu wollen, die nicht auf Rinder trainiert sind: „Mit meinen Mustangs, die noch keinen Kontakt zu Kühen hatten, würde ich mir das nicht trauen.“

Hilfe angeboten
Anders Helmut Freller aus Bad Leonfelden, der Westernpferde der Rasse Missouri-Foxtrott züchtet: „Pferde gewöhnen sich schnell an Kühe. Wir haben das schon trainiert und auch einen ausgerissenen Esel heimgetrieben.“

Freller bot Feuerwehrchef Breiteneder am Donnerstag seine und die Unterstützung einer Kollegin an, falls man keine andere Möglichkeit mehr sehen sollte, die noch herumirrenden Jungrinder einzufangen. Die Feuerwehr wollte diesbezüglich vorerst aber noch zuwarten.

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