Geldregen trotz Flop

Nur einer bekam Job – das Projekt aber einen Preis

Oberösterreich
19.11.2025 10:00

Linz hatte Ende 2023 wohl gemeint, dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlagen zu können – doch nun sorgt ausgerechnet das Projekt „Code.Fusion“ für Diskussionen. Es war als Antwort auf fehlende IT-Spezialisten gedacht und wurde jüngst mit dem städtischen „Preis für soziale Innovation“ ausgezeichnet.

Die Initiative sollte Asylwerber innerhalb weniger Monate zu Junior Developern qualifizieren, berufliche Perspektiven schaffen und langfristig auch den angespannten Arbeitsmarkt entlasten. Die Stadt investierte dafür 110.000 Euro, hinzu kamen 24.000 Euro für externe Beratungsleistungen. Bei einer Anfrage im Februar-Gemeinderat an SP-Stadtchef Dietmar Prammer wusste dieser zu berichten, dass von den zehn Projektteilnehmern, die ausgewählt wurden, lediglich einer (!) mehr als ein halbes Jahr nach Abschluss der Ausbildung eine IT-bezogene Anstellung fand.

„Das schlägt dem Fass den Boden aus!“
Dieses Ergebnis hielt eine von der Stadt eingesetzte Fachjury aber nicht davon ab, „Code.Fusion“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten Sozialpreis zu belohnen. FP-Stadtrat Michael Raml schäumt: „Das schlägt dem Fass den Boden aus! Ein Projekt, das keinerlei nachhaltigen Erfolg vorweisen kann und die Stadt weit über 100.000 Euro gekostet hat, wird sogar noch als Vorzeigeprojekt prämiert.“ Gleichzeitig betont er: „Mir geht es hier keinesfalls um Migrantenbashing. Ich würde ein solches Projekt genauso hinterfragen, wenn alle Teilnehmer in Linz geboren wären. Entscheidend ist, ob Steuergeld sinnvoll eingesetzt wird – und das ist hier schlichtweg nicht der Fall.“

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