Mo, 16. Juli 2018

Suchtgefahr!

12.12.2005 15:15

Civilization IV

1991 erschien der erste Teil der "Civilization"-Reihe. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich Sid Meiers Strategie-Spiel zu einem süchtig machenden Kult-Spiel. Jahre später organisieren sich "Civilization"-Junkies bereits in Selbsthilfegruppen, um gegen ihren Zwang anzukämpfen. "Civilization IV" sei Dank, dürfte es mit dem nächtlichen Schlaf jetzt wieder zu Ende sein.

Am alten Prinzip von "Civilization" hat sich nichts geändert: "Gründe eine Zivilisation, die die Zeiten überdauert". Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Schließlich ist es ein langer Weg von der Wiege der Menschheit bis hin zu einer High-Tech-Gesellschaft im Jahre 2050. Von der Geschichte über die Gegenwart bis hin zur Zukunft: In keinem anderen Spiel wird die Geschichte so komplex und unterhaltsam gebündelt wie hier. 

Wer mit den gängigsten Features nicht mehr allzu gut vertraut ist, dem sei das sehr ausführliche Tutorial wärmstens empfohlen. Alle anderen beginnen ein aufregendes Einzel- oder Mehrspieler-Match. Zu Beginn legt der Spieler Größe, Klima und Beschaffenheit der zu bespielenden Karte fest: Egal ob Prärie oder Hügellandschaft, Festland oder Insel. Allerdings gilt es zu bedenken, dass in einer Wüste auch weniger wächst, was sich im späteren Verlauf des Spiels als Nachteil entpuppen kann.

Ist dies geschehen, stehen wir vor der nächsten großen Entscheidung: Insgesamt 18 Kulturen stehen zur Auswahl. Entweder entscheidet man sich zwischen Amerikanern, Azteken, Japanern oder Russen, um nur einige zu nennen, oder bastelt sich sein eigenes Volk. Für jedes Volk stehen zwei Staatsoberhäupter zur Wahl, von denen jeder jeweils eigene Vor- und Nachteile mit sich bringt. Der deutsche Friedrich fördert eher das Schöngeistige, Bismarck hingegen eher industrielles Wachstum. Sehr schön gelungen ist, dass die Wahl des Volkes auch die Sprachausgabe bestimmt. Schließlich legen wir nur noch den Schwierigkeitsgrad und die Spiel-Geschwindigkeit fest und schon kann es losgehen.

Gestartet wird als Siedler inmitten der von uns gewählten Landschaft. Hier halten wir nach einem geeigneten, fruchtbaren Plätzchen Erde Ausschau. Als nächstes "entwickeln" wir Späher zur Erkundung der näheren Umgebung und Krieger zur Verteidigung unserer Siedlung. Stößt ein Späher auf ein anderes Volk, dann kann es mitunter brenzlig werden: Entscheiden wir uns für Krieg, ohne entsprechend gerüstet zu sein, endet das Spiel-Vergnügen recht schnell. Während der Erkundung erforschen wir neue Technologien, wie Tierzucht, Bronzeverarbeitung oder Keramik. Bautrupps und andere Arbeiter kommen hinzu und sorgen durch ihre fleißigen Hände für die Entstehung einer blühenden Kultur.

Durch den geschickten Einsatz von Diplomatie entstehen Gewinn bringende Handelsbündnisse oder mächtige Allianzen, die sich erfolgreich gegen Feinde zur Wehr setzen. Die bedeutendste Neuerung ist die Einführung eines Religionssystems: Eine von insgesamt sieben Glaubensrichtungen entscheidet zwischen Misstrauen oder Wohlwollen der anderen Völker. Spätestens mit der Erfindung des Rades kommt das Spielgeschehen dann so richtig ins Rollen.

Wer "Civilization" bereits 1991 spielte, dem wird als erstes die schmucke 3D-Grafik auffallen, die nun für wesentlich mehr Atmosphäre sorgt. Allerdings sollte die Grafik-Karte mehr können, als die Systemvoraussetzungen fordern. Einen Detailreichtum wie beispielsweise bei "Age of Empires III" darf man sich trotz allem nicht erwarten, dafür liegen die Stärken von Civilization eben im komplexen Spielablauf. Auch die Ohren werden bestens bedient: hübsche Ethno-Musik bereichert das Strategie-Spiel.

Fazit: "Civilization IV" macht vor allem in punkto Grafik einen riesigen Schritt nach vorne. Das Spielgeschehen bleibt weitestgehend gleich - schließlich bestand auch kein großer Änderungsbedarf. Wer kein Problem damit hat, einem Computerspiel ganz und gar zu verfallen, der sollte schleunigst zugreifen. Komplexer und tief gehender ist derzeit kein anderes Strategie-Spiel. 

Platform: PC
Publisher: Take 2
Krone.at-Wertung: 90%

von Sebastian Räuchle

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