Sofort dachte ich an den Albtraum von Turin 2006 - aber als wir alle plötzlich hellwach bei der spontan einberufenen Pressekonferenz saßen, stellte sich die Lage doch anders dar: Damals war es eine Razzia der italienischen Polizei gewesen und eine Intrige des mittlerweile im Gefängnis sitzenden ÖOC-Generalsekretärs Heinz Jungwirth gegen ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Diesmal ist es ein internationaler Routinefall: Nach einer Deutschen, einem Italiener, einer Ukrainerin und einem Letten erwischte es einen von uns - und während vor acht Jahren ausländische Reporter das Österreich-Haus gestürmt hatten, saßen jetzt ein paar heimische Journalisten da.
Der Skiverband kann aber nicht zur Tagesordnung übergehen: Der Chef ist ein gebranntes Kind, was Doping betrifft - vor allem im Zeichen der olympischen Flamme. Er kennt die Dynamik, die das auslösen kann und hat ein engmaschiges Netz um die ÖSV-Athleten gelegt, um solche Vorfälle zu verhindern. Und trotzdem schlüpfte ein Betrüger durch. Das macht Angst, es könnte wieder passieren.
Die Einzeltäter-These kann sich Dürr schenken: Niemand spritzt sich EPO in den Hintern ohne Beratung; da gibt es Mitwisser, Dealer und wohl Mediziner. Wenn man die nicht ausfindig macht, muss Österreich auf wettkampfmäßige Langläufer für immer verzichten. Sonst machen uns die alles kaputt.








Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.