Drakonische Strafe
Zwei Jahre Haft wegen "Beleidigung" Erdogans
Dem Blatt zufolge hätten die Regierungsgegner bei der Protestaktion Erdogan wörtlich als "Diener des Internationalen Währungsfonds" und "Diener der Bosse" kritisiert. Der lautstarke Protest gegen die Gesundheitspolitik der Regierung sei vom Gericht in Eskisehir als "Beamtenbeleidigung" ausgelegt worden.
Die türkische Führung wird seit Jahren für ihren Umgang mit Grundrechten wie der Meinungs- und Pressefreiheit sowie für zunehmend autoritäre Tendenzen kritisiert. Vergangene Woche wurde ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das der Regierung unter anderem das Recht gibt, Internetseiten ohne vorherigen Gerichtsbeschluss zu sperren (siehe Infobox). Journalisten- und Juristenverbände in der Türkei sowie die EU hatten das Gesetz scharf kritisiert. Staatspräsident Abdullah Gül muss nun bis zum 21. Februar entscheiden, ob er das Gesetz passieren lässt oder zur Neuberatung ans Parlament zurückschickt.
Türkei eines der "weltgrößten Gefängnisse für Journalisten"
In der jüngsten "Rangliste der Pressefreiheit" der Organisation Reporter ohne Grenzen wird die Türkei als eines der "weltgrößten Gefängnisse für Journalisten" auf Platz 154 von insgesamt 180 Staaten und Regionen geführt. Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht verweist auf die Festnahme von 153 Journalisten während der regierungskritischen Proteste von Mai bis September vergangenen Jahres. Zudem habe die Staatsmacht Zehntausende Internetseiten gesperrt und neue Einschränkungen angekündigt.
Laut dem Komitee für den Schutz von Journalisten wurden in der Türkei vergangenes Jahr - wie schon 2012 - mehr Medienvertreter eingesperrt als in jedem anderen Land der Welt. Nach 49 inhaftierten Journalisten 2012 seien es diesmal 40 gewesen, mehr noch als im Iran (35) oder China (32). Die meisten der Verurteilten sitzen demnach auf Basis eines Anti-Terror-Gesetzes wegen angeblicher Unterstützung der Kurdenbewegung hinter Gittern.












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