Die Anklage ist fertig

Justizwachebeamtin als Schmugglerin entlarvt

Nachrichten
13.10.2025 09:00

Eine Justizwachebeamtin aus der Grazer Karlau ist nun selbst ein Fall für die Justiz! Die Frau soll jahrelang Häftlinge mit Handys, Drogen und Co. beliefert haben – um ihre Hochzeit zu finanzieren...

Bei ihrer Tätigkeit in der Malerei der Justizanstalt Graz-Karlau sei die Frau laut der 25-seitigen Anklageschrift mit einem der Insassen ins Gespräch gekommen. Dieser prahlte, dass er früher mit Suchtgifthandel viel Geld verdient habe. Der Mann soll die Frau schließlich dazu überredet haben, in die „äußerst lukrativen“ Schmuggelgeschäfte im Häfen einzusteigen. Da sie für ihre Hochzeit durchaus Verwendung für das Zusatzeinkommen gehabt hätte, habe sie eingewilligt.

Eine Justizwachebeamtin (Symbolfoto) soll mit illegalen Waren aller Art gehandelt haben.
Eine Justizwachebeamtin (Symbolfoto) soll mit illegalen Waren aller Art gehandelt haben.(Bild: Kerstin Wassermann)

Handys, Marihuana, Kokain und Potenzmittel
Laut Ermittlern schmuggelte sie im August 2022 das erste Mobiltelefon in die Justizanstalt: „Das Gerät erwarb sie um 200 Euro, entnahm es aus der Originalverpackung, wickelte es samt Ladekabel in Klarsichtfolie ein und platzierte es in ihrer Uniformtasche“, so die WKStA. Für das Handy bekam sie von dem Insassen demnach Paysafecodes im Wert von 750 Euro übergeben, die sie in weiterer Folge am Account eines mutmaßlichen Mittelsmanns, der ebenfalls unter den Angeklagten ist, aufbuchte. Das „Spiel“ wiederholte sich und dürfte sich stetig gesteigert haben. Denn neben zig Mobiltelefonen soll die Staatsbedienstete auch Marihuana, Kokain, Elektrowaren, Parfums in die Justizanstalt eingeschleust und gewinnbringend verkauft haben. Und sogar Potenzmittel

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Meine Mandantin ist in eine Abhängigkeit hineingeraten, aus der es für sie keinen Ausweg mehr gab.

Anwalt Andreas Kleinbichler

Doch nicht nur der Kundenkreis wurde größer, sondern offenbar auch der Druck, der sich aufbaute: „Meine Mandantin ist grundsätzlich geständig, ihr Mann bestreitet die Vorwürfe einer Beitragstäterschaft“, sagt Anwalt Andreas Kleinbichler zur „Krone“. „Sie ist in eine Abhängigkeit zu den Insassen hineingeraten, aus der es für sie keinen Ausweg mehr gab.“ Zudem habe die Frau Angst gehabt.

Erst durch Videoobservation und andere Überwachungsmaßnahmen flog der Fall nach einem Anfangsverdacht auf. In U-Haft ist die Justizwachebeamtin nicht mehr, der Termin für den Prozess steht noch aus.

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