In 19 Linzer Kindergärten wurde zwei Jahre lang getestet, wie gut Sprachförderung wirkt. Viele Kinder machten deutliche Fortschritte, doch nicht alle sind am Ende schulfit. Die Stadt spricht von Erfolg mit Verbesserungsbedarf – die FPÖ von teurem Systemversagen.
Wie gut gelingt es Linzer Kindergärten, Sprösslinge sprachlich auf die Schule vorzubereiten? Eine neue städtische Studie zeigt: Sprachförderung wirkt, doch nicht alle Kinder erreichen das gewünschte Sprachniveau. Für die Untersuchung beauftragte man Professorin Marion Döll von der Europa-Universität Flensburg. Zwischen Herbst 2023 und Frühjahr 2025 wurden rund 200 Kinder in 19 Kindergärten begleitet und ihre Sprachentwicklung beobachtet.
44,6 Prozent gelten als schulfit
Ergebnis: Fast alle Kinder machten beim Deutschlernen spürbare Fortschritte, besonders jene, die zu Beginn noch wenig verstanden oder sprachen. 44,6 Prozent der Kinder in Sprachförderprogrammen erfüllten am Ende die Voraussetzungen, um als reguläre Schüler eingeschult zu werden. „Rund die Hälfte der Kinder, die zu Beginn der Messung Sprachförderbedarf aufwiesen, wurden durch unsere Pädagoginnen so zielgerecht gefördert, dass sie zu Schulbeginn als Regelschülerinnen beginnen können“, betont SP-Stadtvize Karin Hörzing. Finanziell und personell bleibt die Sprachförderung eine Herausforderung. Die Stadt verweist auf den anhaltenden Fachkräftemangel – trotz laufender Kooperationen mit dem AMS und Ausbildungsvereinen.
„200.000 Euro Steuergeld, wofür?“
FP-Gemeinderätin Martina Tichler kritisiert hingegen den hohen Aufwand bei vergleichsweise geringem Ertrag. Dass weniger als die Hälfte der Kinder in den Förderprogrammen ausreichende Deutschkenntnisse für die Schule erreichen, sei „ein deutliches Alarmsignal“. Zudem verlangt die FPÖ Aufklärung über die Kosten der Studie. „Die Linzer haben ein Recht zu erfahren, ob und wofür fast 200.000 Euro Steuergeld verwendet wurden und welchen konkreten Nutzen das gebracht hat“, so Tichler.
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