Sogar die TV-Kochprofis mühten sich hier vergeblich ab: Das beliebte Ausflugsziel Höttinger Schießstand in Innsbruck ist geschlossen. Besitzer ist eine Schützengesellschaft, der Obmann betont: „Wir geben nicht auf!“
Die Mischung aus Natur pur und Panoramasicht auf die Stadt ist beeindruckend, bei schlechtem Wetter laden gemütliche Gaststuben ein – und dennoch hat der Gasthof Höttinger Schießstand offenbar ein schlechtes Omen. Mit Ende September ist das beliebte Ausflugsziel im Westen der Landeshauptstadt geschlossen.
Zuletzt versuchte es ein Italiener ...
„Wir haben den Pachtvertrag gekündigt“, bestätigt Ingrid Marzari, die mit ihrem Partner nicht selbst anpacken kann, weil sie in einen anderen Gastrobetrieb voll eingespannt ist. Also haben sie immer wieder versucht, ein geeignetes Team zu finden.
Zuletzt war es ein Italiener, der es mit einem kulinarischen Touch aus seiner Heimat versuchte. Er scheiterte ebenso wie zuvor eine junge Höttingerin, die mit Kaspressknödel, Grillteller oder Schweinsbraten die Tiroler Traditionen aufrechterhalten wollte.
Es ist in der Gastronomie extrem schwierig geworden, arbeitswillige und fähige Menschen zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen.
Pächterin Ingrid Marzari
Sogar die „TV-Kochprofis“ mühten sich hier ab
Einmal war sogar der TV-Sender RTL2 mit seiner Sendung „Die Kochprofis - Einsatz am Herd“ vor Ort. Die Experten wollten laut Ankündigung die „gastronomischen Eigentore“ der damaligen Wirtin beheben. Denn obwohl sich der norddeutsche Koch extra österreichische Schmankerl angeeignet hatte, stand er sich oft die Beine in den Bauch.
Munterer Pächter-Reigen über die Jahre
„Es ist in der Gastronomie extrem schwierig geworden, arbeitswillige und fähige Menschen zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen“, analysiert Ingrid Marzari. Insgesamt, so rechnet sie nach, habe es seit dem Jahr 2007 vier Pächter des Gasthofs Höttinger Schießstand gegeben. Der Rückzug sei nun mit Wehmut, aber auch mit einiger Erleichterung verbunden.
Die Location ist top, die Frequenz wäre da.
Roland Lintner, Schützengesellschaft Hötting
„Der Gasthof braucht wieder ein Gesicht“
Besitzer des altehrwürdigen Gebäudes ist die Schützengesellschaft Hötting, die sich erneut auf Pächter-Suche begeben muss. „Die Location ist top, die Frequenz wäre da“, sagt Obmann Roland Lintner. Auch der Zustand des Gasthofes sei so, dass man ohne große Adaptierungen anpacken könne.
Daher ist man optimistisch und auch überzeugt, dass man neue Pächter finden werde. „Was es braucht, ist ein Gesicht zum Gasthof. Jemand, der auf Leute zugeht.“ Inzwischen bleibt der Schießstand in Betrieb, etwa am Samstag beim großen „Wiesenschießen“.
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