Mit Rad am Jakobsweg

900 Kilometer, drei Freunde und die ALS-Krankheit

Salzburg
21.09.2025 09:00

Markus Aichhorn aus Großarl in Salzburg erfüllte sich den Traum vom Jakobsweg. Heute, Sonntag, erreichen sie Santiago de Compostela. Mit im Gepäck: zwei Freunde und die unheilbare Nervenkrankheit ALS.

Von Großarl in die Welt hinaus! Das war immer schon Markus Aichhorns Motto. Jetzt hat es der 46-jährige Familienvater erneut wörtlich genommen. Mit dem E-Bike, zwei Freunden und der Nervenkrankheit ALS (kurz für Amyotrophe Lateralsklerose) ist er den Jakobsweg in Spanien abgeradelt.

Der Koch aus dem Pongau hat jahrelang in internationalen Küchen gestanden. Von Australien, den USA und der Schweiz führte ihn der Job vor rund zehn Jahren wieder ins Großarltal zurück. Dann veränderte eine Diagnose sein Leben. Bei einer Traillauf-Veranstaltung versagten plötzlich die Beine. „Das waren damals wahrscheinlich die ersten Anzeichen“, sagt er rückblickend.

Markus Aichhorn (46) ist trotz seiner Krankheit aktiv. Das E-Bike ist das bevorzugte Mittel.
Markus Aichhorn (46) ist trotz seiner Krankheit aktiv. Das E-Bike ist das bevorzugte Mittel.(Bild: MissionMarkus)

Monate später war klar: Der heute 46-Jährige hat die Nervenkrankheit ALS. Dabei werden Muskeln schwach, bauen ab und werden gelähmt. Die geistige Fähigkeit bleibt völlig bestehen. Vor Jahren war ALS schon einmal in den Schlagzeilen. Die sogenannte Ice-Bucket-Challenge machte auf die unheilbare Krankheit aufmerksam.

Ankunft und Weiterreise
Der sportliche Spitzenkoch musste seinen Job aufgeben. Seine Leidenschaft und seine Träume aber ließ er sich nicht nehmen. Laufen und Spazierengehen ist nicht mehr möglich. Auf dem E-Bike ist Aichhorn aber nach wie vor unterwegs.

Marcos ist ein langjähriger Freund aus der Schweiz, Steff (re.) kommt aus Hüttschlag und ist ...
Marcos ist ein langjähriger Freund aus der Schweiz, Steff (re.) kommt aus Hüttschlag und ist Sporttherapeut.(Bild: MissionMarkus)

„Alleine würde ich das niemals schaffen“, gibt Aichhorn zu. Mit seinen beiden Begleitern Marcos und Steff hat er Anfang des Jahres eine verrückte Idee konkretisiert: 950 Kilometer mit dem E-Bike von Pamplona nach Finisterre („Das Ende der Welt“) zu radeln.

Einige Nächte im Zelt und in einfachen Unterkünften später erreichen die drei heute, Sonntag, die namensgebende Stadt Santiago de Compostela. „Das war es aber noch nicht“, gibt sich der E-Bike-Pilger ehrgeizig. Neben der letzten noch ausstehenden Etappe nach Finisterre, hat Aichhorn schon Ideen für neue Reisen.

Der Jakobsweg

  • Viele Pilgerwege führen nach Santiago de Compostela in Spanien. Die Wanderer wollen dort das Grab des Apostels Jakob aufsuchen.
  • Der Camino Frances ist die wohl mit Abstand beliebteste Route. Rund zwei Drittel der Pilger wandern über den Weg. Er hat 800 Kilometer. Start ist in den Pyrenäen.
  • Mit dem Fahrrad führt die Tour am Camino in rund 14 Etappen von Pamplona via Leon zur Kathedrale in Santiago.
  • Das Kap bei Finisterre (Fisterra) ist der Abschluss für viele. Wörtlich übersetzt heißt es „Das Ende der Welt“.

Weil auf Markus Aichhorn in naher Zukunft große Investitionen in die Barrierefreiheit in seinem Haus zukommen, haben Freunde eine Unterstützungskampagne für ihn ins Leben gerufen. 

Wollen auch Sie spenden, finden Sie sämtliche Informationen hier: 

https://www.gofundme.com/f/one-ride-one-mission-gemeinsam-gegen-als

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