Mi, 15. August 2018

21 Monate unbedingt

08.01.2014 12:59

Ex-Hypo-Manager Xander hat Haftstrafe angetreten

Der ehemalige Vorstand der Hypo Österreich, Gert Xander (rechts im Bild), hat seine Haftstrafe angetreten. Der Leiter der Justizanstalt Klagenfurt, Peter Bevc, bestätigte am Mittwoch den Haftantritt des Bankers. Xander war wegen eines unbesicherten Zwei-Millionen-Kredits an die Pleite-Fluglinie Styrian Spirit am Landesgericht Klagenfurt zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof bestätigte im vergangenen Oktober den Schuldspruch, reduzierte die Strafe aber auf 21 Monate.

Xander hatte die Bank im Jahr 2005 mit dem unbesicherten Kredit wissentlich geschädigt, stellte das Gericht fest. In dem Prozess war auch Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer verurteilt worden, er erhielt zwei Jahre. Den Bankmanagern wurde vorgeworfen, quasi auf Zuruf der Politik einem Unternehmen ohne jede Sicherheit Kredit gewährt zu haben. Ob Xander seine Strafe in Klagenfurt oder in einer anderen Haftanstalt verbüßt, ist noch unklar.

OGH-Entscheidung im Fall Birnbacher noch offen
Neben dem Haftort ist auch offen, wie lange Xander in Haft bleibt. Er war im Oktober 2012 im sogenannten Birnbacher-Prozess ebenfalls zu zwei Jahren unbedingt verurteilt worden, weil er als damaliger Vorstand der Landesholding die Auszahlung eines Honorars von sechs Millionen Euro für den Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher mit genehmigt hatte.

Birnbacher hatte das Geld offiziell für seine Beratung des Landes beim Verkauf der Hypo-Anteile an die Bayerische Landesbank erhalten, laut seinem Geständnis war ein Teil davon aber in Wahrheit zur Parteienfinanzierung von Freiheitlichen und ÖVP gedacht gewesen. Der damalige Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz war im gleichen Prozess zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig, eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wird in Kürze erwartet.

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