Die Vienna Vikings kämpfen am Samstag um den Einzug in das Finale der European League of Football. Trotz der internationalen Erfolge sind die Wikinger weiter heimatlos, werden in der Stadion-Frage zu Bittstellern. Während in der Generali Arena 2000 Zuschauer beim Frauen-Fußball sitzen, zwängen sich 5000 auf die Hohe Warte. Dabei wären mehr als 12.000 Fans bei einem Vikings-Heimspiel nichts Neues. Ein Dilemma.
Alle Hebel hat man bei den Vienna Vikings in Bewegung gesetzt, um beim heutigen Halbfinale der European League of Football (ELF) gegen Nordic Storm aus Stockholm der größtmöglichen Zahl an Fans den Zugang zum Spiel zu ermöglichen. 550 zusätzliche Sitzplätze wurden auf der Hohen Warte installiert, mehr wurden nicht genehmigt. Rund 5000 Menschen sind nun zugelassen.
Doch für eines der drei wichtigsten Footballspiele des Kontinents ist der Rahmen dennoch zu klein. „Wir hatten die Zusage, dass wir, sobald die Herren der Wiener Austria aus dem Europacup ausscheiden, gute Chancen haben, wieder in der Generali Arena spielen können“, erklärt Robin Lumsden, Eigentümer der Vienna Vikings Franchise. Doch nach dem Aus der Veilchen in Europa holte man ein Quali-Turnier der Frauen-Fußball-Champions-League nach Favoriten. Beim Match der Austria-Frauen gegen Glasgow am Mittwoch saßen 2240 Menschen in einer Arena, die bei internationalen Fußballspielen für gut 15.000 Personen zugelassen ist.
„Wir hatten in den letzten Jahren immer vier Spiele pro Saison dort mit bis zu 12.000 Zuschauern und mehr.“ Doch seit die Stadt Wien das Stadion rückgekauft hat – auch mit dem Argument, dass die Vikings es intensiver nutzen können und sollen – waren es in dieser Saison lediglich zwei Spiele. Mit dem bisher wichtigsten müssen die Wikinger nun wieder vor kleinerem Publikum antreten.
„Wir hatten die Hoffnung, dass die Eigentümerschaft der Stadt dazu führt, dass eines der besten Stadien Österreichs doch öfter als 30-mal im Jahr genutzt wird, dass die Austria-Profis Vorrang haben, ist klar, aber dass wir im Sommer ein paarmal in der Infrastruktur der Stadt dort spielen können sollten, macht doch für alle Parteien ökonomischen Sinn. Wir zahlen ja brav für die Miete und bekommen keinen Euro aus der Konsumation, ein Unikum, das es auch nur in Österreich gibt“, so Lumsden.
Dass die Footballer mit ihrer Thematik nicht alleine dastehen, war kürzlich auch Thema bei einem Abendessen von Lumsden mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick und Capitals-Präsident Martin Reiss. Beide haben einen großen Erfahrungsschatz im internationalen Sport und sehen die Problematik ähnlich.
Sport bringt Steuergeld
„Wien ist eine Stadt, in der vieles so wunderbar funktioniert. Aber leider nicht die Sportinfrastruktur und der Zugang der politischen Entscheidungsträger dazu“, wünscht sich nicht nur Lumsden, dass die Stadt Wien auch erkennt, „dass Profi-Sport Wertschöpfung und Steuereinnahmen auslöst. Da kommen Menschen nach Wien, die sonst nicht kommen würden. Nicht nur aus kulturellen Gründen kommt ein zahlungskräftiges Publikum, auch mit Sport, mit Football, kann man es anziehen.“ Ein Thema, das unabhängig vom Ausgang des ELF-Halbfinales da sein wird. Das Finale von Europas Top-Football-Liga steigt am 7. September in der MHP Arena in Stuttgart. Fassungsvermögen rund 55.000. Elfmal so viel wie auf der Hohen Warte. . .
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