Mathe als „Horror“

Tiroler Eltern geben 8 Millionen für Nachhilfe aus

Tirol
29.08.2025 13:25

Der Bedarf steigt, so wie auch die Kosten: Private Nachhilfe boomt auch in Tirol. Nicht weniger als 12.000 Schüler nahmen hierzulande im Vorjahr bezahlte Nachhilfe in Anspruch. Die Eltern ließen sich das immerhin fast acht Millionen Euro kosten.

In etwa jedes siebte Schulkind in Tirol (14 Prozent) nahm im Schuljahr 2024/25 bzw. im Sommer 2024 bezahlte Nachhilfe oder Lernhilfe in Anspruch. Damit stieg der Anteil im Vergleich zum Jahr 2023 um zwei Prozent. Die Gründe dafür seien vielfältig gewesen. „Am häufigsten ging es darum, die Note zu verbessern – nämlich in 54 Prozent der Fälle, die Angst vor dem Sitzenbleiben oder einer Nachprüfung war für 22 Prozent ausschlaggebend“, heißt es vonseiten der Arbeiterkammer Tirol (AK).

Große Studie auch heuer durchgeführt
Diese hat auch heuer wieder eine repräsentative Studie zum Thema Nachhilfe durchgeführt, für die zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2025 in Tirol 401 Haushalte mit 606 Schülerinnen und Schülern befragt wurden.

AK-Nachhilfemonitoring 2024/25
Tiroler Ergebnisse im Detail
  • Trotz vieler kostenloser Lernangebote mussten Eltern für die Nachhilfe in Tirol immer noch durchschnittlich rund 660 Euro pro Schüler ausgeben (Erhebung 2025 bundesweit: 800 Euro; Tirol 2023: 680 Euro).

  • Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Eltern in Tirol auf ca. 7,7 Millionen Euro (bundesweit: 153,3 Mio. Euro; Tirol 2023: 6,6 Mio. Euro). Der etwas höhere Nachhilfeanteil erklärt somit die Gesamtkostensteigerung.

  • An der AHS-Oberstufe, die für gewöhnlich die höchste Nachhilfequote aufweist, ist diese mit 36 Prozent insgesamt wieder gestiegen (2023: 27 %).

  • Auffallend ist die Entwicklung bei den jüngsten Schülern: Während 2023 „nur“ 10 % der Volksschulkinder Nachhilfe nahmen, waren es dieses Jahr bereits mehr als doppelt so viele, nämlich 21 %. Bezahlte Nachhilfe werde jedoch auch in Anspruch genommen, um die Chancen für die Aufnahme in eine AHS zu erhöhen.

  • Zwei von drei Kindern (65 %), die Nachhilfe benötigen, bekommen sie in Mathematik. (+ 8 Prozentpunkte).

  • Knapp vier von zehn Schülern, und damit zunehmend mehr, hatten eine Deutsch-Nachhilfe (44 %; +17 Prozent) nötig .

Gesamtbedarf in Tirol bei 24.000 Schülern
Insgesamt rund 12.000 Schülerinnen und Schüler erhielten zuletzt allein in Tirol bezahlte Nachhilfe. Der eigentliche Bedarf ist deutlich höher. Denn laut AK würden bezahlte und unbezahlte Nachhilfe- bzw. Lernhilfeangebote sowie der geäußerte Wunsch nach bezahlter Nachhilfe einen hochgerechneten Gesamtbedarf in Tirol für rund 24.000 Schüler ergeben. „Das sind rund drei von zehn Schülerinnen und Schülern“, heißt es.

Finanzielle Herausforderung für Eltern
Bezahlte Nachhilfe stellt auch die Eltern vor Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der befragten Eltern – nämlich 56 Prozent – habe angegeben, durch Nachhilfe finanziell spürbar bis sehr stark belastet zu sein.

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