Es hat viele Jahre gedauert, bis die Politik endlich ein neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorgelegt hat. Schon im Vorfeld war dabei aber klar, dass damit nicht alle zufrieden sein werden. Zu unterschiedlich sind die Interessen von Elektrizitätswirtschaft, Unternehmen, Privaten, Stromeinspeisern & Co.
Ein gutes Beispiel dafür ist die geplante Spitzenkappung, also die Reduzierung bzw. Nicht-Einspeisung von PV- oder Windstrom, wenn viel produziert wird (zum Beispiel bei starker Sonneneinstrahlung). Die E-Wirtschaft begrüßt die Regelung, können dadurch mehr Erzeuger an das Netz angeschlossen werden. Schwerer wiegt aber, dass sie sich dadurch viele Millionen Euro für den Netzausbau sparen, weil die Spitzenlast geringer ist.
Auf der anderen Seite sind hingegen die Tausenden privaten Haushalte, die sich in den letzten Jahren PV-Module aufs Dach montiert haben, die Leidtragenden. Sie sollen künftig nicht nur fürs Einspeisen Netzgebühren zahlen, sondern zu Spitzenzeiten auch auf Sonnenstrom und somit Einnahmen verzichten.
Ich frage mich, ob man damit nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Einerseits wollen wir weg von (russischem) Öl und Gas, andererseits machen wird Investitionen in Erneuerbare mit dem neuen Gesetz wieder weniger attraktiv. Sollten wir nicht lieber alle Hebel in Bewegung setzen, um das heimische Stromnetz „zukunftsfit“ zu machen, etwa indem man Genehmigungsverfahren endlich vereinfacht und beschleunigt? Und wäre es nicht sinnvoller, Speicherlösungen zu forcieren bzw. zu fördern, statt auf wertvollen Sonnenstrom zu verzichten?
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