Mi, 15. August 2018

Tragödie in den USA

09.12.2013 21:17

Alzheimerpatient wollte in fremdes Haus - getötet

Tödlicher Irrtum in den USA: Ein 72-jähriger Alzheimerpatient (kl. Bild) ist von einem Nachbarn versehentlich erschossen worden, nachdem der Mann zu nächtlicher Stunde in dessen Haus (Bild) eindringen wollte. Der Zwischenfall ereignete sich bereits Ende November, wurde aber erst vor Kurzem bekannt. Der Nachbar könnte ohne Strafe davonkommen, da er sich bedroht gefühlt hatte und Anhalteversuche erfolglos geblieben waren.

Der ehemalige Armeeoffizier Ronald Westbrook, der gemeinsam mit seiner 70-jährigen Frau Deanne und ihren zwei Hunden in der Stadt Chickamauga im Bundesstaat Georgia lebte, hatte sich am 27. November unbemerkt aus dem Haus geschlichen und war gemeinsam mit seinen beiden Vierbeinern spazieren gegangen. Nach einer dreistündigen Wanderung kam es dann zu dem tragischen Zwischenfall.

Nachbarn durch Läuten und Türrütteln aufgeschreckt
Westbrook ging auf das Haus von Joe Hendrix zu und versuchte durch die Eingangstür einzutreten. Da dies misslang, läutete und rüttelte der 72-Jährige an der Tür. Der 34-jährige Hendrix und seine Verlobte schreckten auf. Während die Frau den Polizeinotruf wählte, schnappte sich Hendrix seine Waffe und ging zur Tür.

Zunächst ließ Westbrook von der Tür ab, kehrte aber wenige Minuten später erneut zurück und versuchte, ins Innere des Hauses zu gelangen. Der verängstigte Nachbar hatte sich in der Zwischenzeit aus dem Gebäude geschlichen und ging auf den vermeintlichen Einbrecher zu. Dann kam es zur fatalen Konfrontation: Hendrix versuchte, die dunkle Gestalt mittels Rufen aufzuhalten. Doch Westbrook ging direkt auf den Nachbarn zu, der daraufhin vier Schüsse abgab - einer davon war tödlich.

"Stand your ground": Schütze dürfte ungestraft bleiben
Hendrix dürfte ungestraft davonkommen, da er sich vor Gericht auf das sogenannte Stand your ground-Gesetz ("Weiche nicht von der Stelle"-Gesetz) berufen kann. Dieses besagt, dass im Falle einer wahrgenommenen unmittelbaren Bedrohung durch eine andere Person, der sich bedroht Fühlende körperliche Gewalt anwenden darf, im äußersten Fall auch mit tödlichem Ausgang. Der Staatsanwalt muss noch entscheiden, ob er Anklage erhebt.

Witwe: "Er hat in der kalten Nacht bloß Hilfe gesucht"
Deanne Westbrook versucht unterdessen nach wie vor zu verstehen, wie ihr Mann ums Leben kommen konnte. "Ich kann es mir nicht vorstellen, dass er Hendrix in irgendeiner Art und Weise bedroht hat. Er ist nicht so. Ich glaube, er hat in dieser kalten Nacht bloß Hilfe gesucht", meinte die Witwe in einem Interview mit der Zeitung "USA Today".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.