54 Tote in Riga

Lettland: Premier tritt nach Einsturz-Drama zurück

Ausland
27.11.2013 14:31
Der lettische Ministerpräsident Valdis Dombrovskis tritt zurück. Grund dafür sei der tragische Zwischenfall vor knapp einer Woche, bei dem das Dach eines Supermarktes in der Hauptstadt Riga einstürzte, berichtete die lettische Nachrichtenagentur LETA. 54 Menschen wurden dabei getötet.

Die Regierung übernehme die politische Verantwortung für die Tragödie, bestätigte Dombrovskis Sprecher nach einem Treffen mit Staatspräsident Andris Berzins. Der Einsturz des Supermarkt-Daches am vergangenen Donnerstag ist das schlimmste Unglück in Friedenszeiten in Lettland. Die Ursache ist weiter unklar.

Ein Teil des Daches des erst vor zwei Jahren errichteten Einkaufszentrums war eingestürzt, als Hunderte Menschen ihre Einkäufe erledigten. Noch während der ersten Bergungsarbeiten brach ein zweiter Teil des Daches ein, drei Feuerwehrleute wurden erschlagen. Die Chancen, Verschüttete noch lebend zu bergen, tendieren nach Einschätzung der Rettungskräfte gegen Null. Die Bergungsarbeiten sind derzeit unterbrochen, nachdem ein dritter Teil des Daches eingestürzt war.

Präsident: Ermittlungen "wie bei einem Massenmord"
Präsident Berzins hatte am Samstag rasche und umfassende Ermittlungen wie in einem Mordfall gefordert. "Dieser Fall muss wie ein Massenmord an zahlreichen hilflosen Menschen behandelt werden", sagte Berzins im lettischen Fernsehen.

Kurz vor dem Beitritt zur Euro-Zone im Jänner könnte das Land damit in ein politisches Chaos stürzen. Weil die nächsten Parlamentswahlen für Herbst 2014 geplant sind, ist es laut Verfassung nicht möglich, nun Neuwahlen abzuhalten. Berzins will laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS mit allen Parteien über eine künftige Regierung verhandeln.

Russischsprachiges "Harmoniezentrum" bringt sich in Spiel
Die von russischsprachigen Letten dominierte gemäßigte Linkspartei "Harmoniezentrum" erklärte kurz nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Dombrovskis, dass die Partei "nicht Nein sagen" würde, wenn sie gefragt würde, sich an der Regierung zu beteiligen. "Wenn uns der Präsident einlädt, werden wir etwas zu sagen haben", sagte Klubchef Valerijs Agesins.

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