Niederösterreichs Exporte schwächeln deutlich. Im vergangenen Jahr wurden Rückgänge bei den Ausfuhren um mehr als 5 Prozent verzeichnet. Vertreter der heimischen Unternehmer fordern daher: „Es müssen rasch neue Märkte her!“
Sind heimische Erzeugnisse im Ausland nicht mehr so gefragt? Zwar wurden im Vorjahr Waren um 28,6 Milliarden Euro vom weiten Land in die weite Welt geliefert, doch unterm Strich steht ein Rückgang um 5,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Herbe Rückschläge setzte es vor allem in traditionellen Exportmärkten: Deutschland ist zwar noch immer wichtigster Handelspartner Niederösterreichs, die Ausfuhren dorthin brachen aber um 9,4 Prozent ein. In die Schweiz wurde gar um 21 Prozent weniger geliefert. Und in Richtung Frankreich und Slowenien beträgt das Minus über 10 Prozent.
Viel hängt von Exporten ab
Klar, dass jetzt die Alarmglocken schrillen. Denn: „Der Export ist Niederösterreichs Wohlstandmotor“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die in der Landesregierung für die Wirtschaftsagenden zuständig ist. Immerhin wird zwischen Enns und Leitha jeder zweite Euro mit dem Export von Waren verdient. Und jeder fünfte Arbeitsplatz hängt vom Export ab. Mikl-Leitners Befund: „Unser Wohlstandsmotor stottert.“ Daher gelte es, das Bürokratie-Dickicht, das Unternehmen hemmt, zu lichten und Handelsbarrieren abzubauen.
Zoll-Keule als Bedrohung
Als „deutliches Warnsignal“ wertet auch Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) in Niederösterreich, die Exportrückgänge: „Drohende US-Zölle verschärfen die Lage zusätzlich.“ Zwar konnten Exporte aus Niederösterreich in die USA im Vorjahr noch um 1,6 Prozent leicht zulegen. Aber unter der Zoll-Keule könnte das Plus ziemlich rasch zerbröseln. Sowohl Ochsner als auch Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker sagen klar: „Es müssen gezielt neue Märkte erschlossen werden.“ Künftige Exportzuwächse erhofft man sich auch durch europaweite Investitionen in die Verteidigung und den Wiederaufbau der Ukraine.
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