Roman Mählich war baff. Der sonst so eloquente ORF-Analytiker zeigte sich "schockiert", als er erfuhr, dass Dominique Taboga offenbar erpresst worden war und Anzeige erstattete. "Für den österreichischen Fußball ist das sicher negativ", meint Mählich, der jetzt vor allem ein Szenario befürchtet: "Viele fragwürdige Ergebnisse werden vor diesem Hintergrund jetzt relativ schnell angezweifelt werden. Und das ist natürlich schädlich für das Fußballgeschäft."
Konsel: "Absolut furchtbar"
Auch Ex-Teamgoalie und "Krone"-Kolumnist Michael Konsel fiel aus allen Wolken. "Ich war wirklich entsetzt, als ich davon gehört habe. So etwas ist furchtbar. Wenn man so etwas tut, muss man schon sehr in Not sein."
Er selbst könne sich nicht erklären, wie es zu solchen Spielmanipulationen kommen kann. "Ich habe selbst lange gespielt und war in Schlüsselpositionen, aber mir sind derartige Deals nie angeboten worden. Ich hätte auch nicht mitbekommen, dass irgendwo in meinem Umfeld getrickst worden wäre."
Prohaska: "Problem kleiner Länder"
Jahrhundert-Kicker Herbert Prohaska, ebenfalls "Krone"-Kolumnist, will "nichts dramatisieren". "Ich glaube nicht, dass der Ruf unseres Fußballs dadurch gleich ruiniert wird." Klar ist für ihn aber: "In kleineren Ländern, in denen die Spieler nicht die Welt verdienen, ist die Gefahr solcher Spielmanipulationen natürlich größer als in größeren. Je mehr man bei den Klubs verdienen kann, desto weniger anfällig sind die Spieler darauf."
tipp3-Boss: "Pures Gift"
Der Vorsitzende des Bundesligasponsors tipp3, Philip Newald, sieht durch den Wettskandal vor allem den österreichischen Fußball und die Fans als Geschädigte. "Das ist natürlich pures Gift, eine ähnliche Entwicklung wie jene im von Dopingskandalen erschütterten Radsport könnte drohen. Wenn der Fan das Gefühl hat, dass das da auf dem Rasen eh alles geschoben ist, dann wendet er sich ab. Die Gefahr, dass jedes knappe Abseits, jedes Eigentor oder jeder Elferpfiff in ein schiefes Licht rückt, ist groß. Österreich ist sicher keine Insel der Seligen", sagt Newald.
"Panther" Konsel hofft jetzt auf eine "radikale Bekämpfung" des Problems. "Schwarze Schafe gibt's wohl überall. Aber solche Dinge sind so schrecklich - und zwar für Klubs, Fans und Sponsoren -, dass den Drahtziehern unbedingt das Handwerk gelegt werden muss."
Windtner fordert "harte Strafen"
ÖFB-Präsident Leo Windtner schlägt in eine ähnliche Kerbe. "Wir haben höchstes Interesse an einer raschen und restlosen Aufklärung des Sachverhalts, da Spielmanipulation eine der größten Gefahren im Fußballsport darstellt. Allfällige Vergehen müssen hart bestraft werden", so Windtner.
Bundesliga-Präsident Hans Rinner ergänzt: "Sollten Verfehlungen begangen worden sein, werden die zuständigen Verbandsgremien umgehend entsprechende Verfahren einleiten. Überdies werden wir die Behörden bei ihren Ermittlungstätigkeiten vorbehaltlos unterstützen, um die Integrität unseres Sports zu bewahren."
ÖFB-Kapitän Fuchs: "Wir halten uns da raus"
Aus dem ÖFB-Team wollte bis auf Kapitän Christian Fuchs kaum jemand eine Stellungnahme abgeben. Der Schalke-Legionär sagte: "Natürlich ist das eine Sache, die dem Fußball allgemein schadet. Aber das ist nicht eine Angelegenheit für uns als Nationalteam, da sind andere Leute gefragt. Wir halten uns da raus."
Stickler: "Man muss Taboga schützen"
Auch der ehemalige ÖFB-Präsident Friedrich Stickler meldete sich zu Wort. "Es ist eine Strategie, dass Spieler mit dem Anbieten von Geld angesprochen werden – und wenn das nicht funktioniert, kommt oft die Androhung von Gewalt. Das wird dazu benützt, um Spieler gefügig zu machen, damit sie manipulieren und man mit ihnen Geld verdienen kann. Man muss Taboga schützen", sagte der nunmehrige Lotterien-Vorstandsdirektor.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.