Gefährliche Strecken

Wenn die Freiheit auf zwei Rädern fatal endet

Burgenland
17.06.2025 06:00

Die gefährlichsten Strecken des Landes stehen in der Bikersaison im Fokus der Polizei. Bis Ende Juni werden im Burgenland nun geförderte „Warm-up-Trainings“ für Motorradfahrer angeboten.

Wie gefährlich Ausfahrten mit dem Motorrad sind, belegen die Aufzeichnungen der Exekutive. Um das Risiko eines Unfalls zu reduzieren, führen Beamte der Landesverkehrsabteilung nicht nur im Zuge von Schwerpunktaktionen Kontrollen durch. Auf neuralgischen Strecken wird während der gesamten Bikersaison gezielt auf die Sicherheit geachtet. Ganz besonders im Fokus sind Routen mit kritischen Abschnitten wie die Geschriebenstein-Straße (B56).

Keine Rettung für viele Opfer
Zwischen Lockenhaus und Rechnitz sind im Sommer vor einem Jahr zwei ungarische Biker nach einem hochriskanten Überholmanöver frontal zusammengekracht. Für beide Opfer hatte es keine Rettung gegeben. Von der Polizei verstärkt überwacht wird ebenso die unter Motorradlenkern beliebte Route über den Stotzinger Berg, die Serpentinenstrecke auf der L213 zwischen Eisenstadt und Stotzing. Dasselbe gilt für die B15 von Donnerskirchen bis nach Au am Leithaberge (NÖ).

Verkehrslandesrat Dorner mit den Experten Lindinger und Karner (v. re.)
Verkehrslandesrat Dorner mit den Experten Lindinger und Karner (v. re.)(Bild: Büro LR Dorner)

Risiko bei Bergstraßen
Genau im Blick haben die Gesetzeshüter weiterhin die Rosalia, die seit jeher begeisterte Biker anlockt. „Bergstraßen, selbst im Kleinformat wie im Burgenland, üben einen besonderen Reiz aus, und der liegt in den Kurven“, wissen Polizisten aus jahrelanger Erfahrung. Das Gefühl von Freiheit auf zwei Rädern endete zuletzt am vergangenen Sonntag für zwei Biker fatal. Das Pärchen war, wie berichtet, bei Winden am See mit dem Motorrad schwer gestürzt.

Das Tempo auf heiklen Strecken nimmt die Polizei ins Visier.
Das Tempo auf heiklen Strecken nimmt die Polizei ins Visier.(Bild: Christian Schulter)

Trainings bis 30. Juni
Vor den Gefahren zu warnen ist die eine Sache, professionelles Training die andere. „Sicherheit hat Vorrang. Jede Schulung trägt dazu bei“, erklärt Landesrat Heinrich Dorner. 2024 gab es bei Unfällen mit Zweirädern auf Burgenlands Straßen fünf Tote zu beklagen, bundesweit waren es 82. Das Verkehrsreferat des Landes unterstützt jeden, der die eigene Fahrtechnik verbessern will. Die ganztätigen „Warm-up-Trainings“ werden mit 75 Euro gefördert, ein halbtägiges Training und ein Individual-Coaching mit jeweils 50 Euro. Die Aktion läuft noch bis 30. Juni (www.burgenland.at/motorradtraining).

„Die Chemie zwischen Lenker und Motorrad muss einfach stimmen“, so Daniel Lindinger, Motorrad-Instruktor beim ARBÖ, und Georg Karner von der Fachvertretung der burgenländischen Fahrschulen.

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