Beide Teams beendeten die Partie vor 2.900 Zuschauern mit nur zehn Mann. Nach Wiener-Neustadt-Tormann Thomas Vollnhofer (35./Torraub) sah auch Austria-Mittelfeldspieler James Holland (51./Tätlichkeit) die Rote Karte.
Hosiner und Suttner nur auf Ersatzbank
"Radikale Entscheidungen" hatte Austria-Trainer Bjelica in seiner Wutrede nach der Derby-Niederlage vor einer Woche gegen Rapid angekündigt. Und der Kroate hielt halbwegs Wort. Denn trotz des personellen Engpasses aufgrund von einigen verletzten Leistungsträgern verbannte Bjelica Stars der vergangenen Meistertruppe wie Philipp Hosiner und Markus Suttner auf die Ersatzbank bzw. Tomas Jun auf die Tribüne.
Die Profiteure waren Marin Leovac, Thomas Murg und Tomas Simkovic, aber auch Kienast, der nach dem missglückten 4-4-2-Versuch gegen Rapid in der Startformation blieb und nun anstelle von Hosiner als Austrias Solospitze agierte. Dass Kaja Rogulj durch Christian Ramsebner ersetzt werden musste, war hingegen einer Sperre des Kroaten geschuldet.
Kienast glänzt in 50. Match im Austria-Dress
Und für Kienast wurde sein 50. Bundesliga-Match für die Austria zu einem ganz besonderen. Bereits in der 8. Minute stellte der Stürmer nach einer Flanke von Thomas Murg und missglücktem Rettungsversuch von Christoph Martschinko aus kurzer Distanz auf 1:0. Die Austria hatte das Geschehen danach sicher im Griff und erhöhte noch vor der Pause auf 2:0.
Kienast wurde von Wiener-Neustadt-Tormann Vollnhofer gelegt, Schiedsrichter Manuel Schüttengruber entschied auf Elfer und - etwas hart - auch auf Rot für Vollnhofer. Der gefoulte Kienast trat selbst an und setzte den Ball seelenruhig ins rechte Eck (38.).
Entscheidung kurz nach der Pause
Die endgültige Entscheidung gelang der Austria schon kurz nach Wiederbeginn. Bei einem Kopfballtreffer von Kienast entschied Schüttengruber zunächst auf Abseits. Nach Rücksprache mit seinen Assistenten war jedoch klar, dass der "Pass" von Mario Pollhammer und somit von einem Wiener Neustädter kam - somit war Kienasts dritter Streich regulär (48.).
Dass Austrias Mittelfeldspieler Holland nach einer Tätlichkeit gegen Herbert Rauter ausgeschlossen wurde, gab dem Match keine Wende mehr. Die Austria, die noch Großchancen von Kienast (77.) und Daniel Royer (89.) vergab, spielte den erst zweiten Sieg in den jüngsten 13 Pflichtspielen problemlos nach Hause.
Stimmen zum Spiel
Heimo Pfeifenberger (Trainer Wiener Neustadt): "Es war ein sehr unglücklicher Spielverlauf mit einigen komischen Entscheidungen des Schiedsrichters. Man kann den Elfmeter geben, aber die Rote Karte für Vollnhofer war eine Katastrophe. Das war einfach kein Torraub. Und nach dem 0:3 war die Partie natürlich erledigt. Mit mehr Entschlossenheit wäre für uns aber um einiges mehr drinnen gewesen."
Roman Kienast (dreifacher Torschütze): "Das ist für die gesamte Mannschaft eine Riesenerleichterung. Natürlich sind wir weiter verbesserungswürdig, aber nach den jüngsten Ergebnissen zählt einfach nur der Sieg. Wir haben gewusst, dass wir weiter hart arbeiten müssen, um das Glück wieder zurück zu gewinnen."
Nenad Bjelica (Trainer Austria Wien): "Es war kein brillanter, aber ein umso wichtigerer Sieg. Wenn man gewinnt, dann hat der Trainer mit seinen Umstellungen natürlich alles richtig gemacht. Hätten wir verloren, wäre alles falsch gewesen. Die Spieler haben auf dem Platz gezeigt, dass sie meine Worte richtig verstanden haben. Die drei Tore sprechen natürlich für Kienast, auch für die Zukunft. Hosiner soll weiter arbeiten, dann wird er wieder zum Einsatz kommen."









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