14.10.2013 19:48 |

Nun punktlos Letzter

Acht Punkte Abzug für Admira wegen Lizenzverstößen

Der FC Admira Wacker Mödling ist am Montag von der Bundesliga wegen Lizenzverstößen mit einem Abzug von acht Punkten bestraft worden. Die erst seit Kurzem von Walter Knaller (Bild) trainierte Admira hält damit bei null Zählern. Die Maria Enzersdorfer, die sich als Opfer von Kommunalsteuer-Streitigkeiten zwischen zwei Gemeinden wähnen, haben wie erwartet Protest gegen diese Entscheidung eingebracht.

"Der Klub hat einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen begangen. Im Senat wurden sowohl der Verstoß als auch Art und Ausmaß der Sanktion intensiv diskutiert. Letztendlich zeigte sich diese drastische Form der Sanktion als angemessen, auch wenn damit die sportliche Entwicklung beeinflusst wird", so Thomas Hofer-Zeni von der Bundesliga.

Admira sieht sich als Opfer von Kommunalsteuer-Streit
Die Admira bezeichnete das Urteil nach einigen Schock-Stunden als "Keulenschlag, der den Verein völlig unvorbereitet getroffen hat". Zu den Gründen für die Bestrafung erklärte man, dass diese in einer langwierigen Diskussion zwischen der Stadtgemeinde Mödling und der Gemeinde Maria Enzersdorf über die Kommunalsteuer-Zugehörigkeit der Admira begraben liegen würden. Diese Debatte laufe seit dem Einstieg der Firma Trenkwalder bei der Admira im Jahr 2008.

"Trotz mündlicher Zusagen und intensiven Aufklärungs- und Lösungsversuchen durch den Vorstand der Admira reichte die Gemeinde Maria Enzersdorf unkoordiniert eine Exekution von Kommunalsteuerabgaben bei der Bundesliga ein", ließ die Admira wissen. "Die Admira hat vorsorglich Kommunalsteuer-Rückstellungen in der Bilanz vorgesehen, was jedoch für die Bundesliga nicht ausreichte", hieß es vonseiten der Admiraner weiter.

Bundesliga-Vorstand: "Entscheidung nicht erfreulich"
Eine mögliche Reduktion der Strafe außen vor gelassen, steht die Admira sportlich nun vor einer äußerst schweren Aufgabe. Auf Wacker Innsbruck und den WAC fehlen dem Tabellenletzten zehn Zähler - im Abstiegskampf kein unwesentlicher Rückstand. "Für den Klub und die Bundesliga ist diese Entscheidung, insbesondere in sportlicher Hinsicht, natürlich nicht erfreulich", gab Pangl zu. Gleichzeitig wollte der Liga-Vorstand aber die konsequente Haltung der Liga betonen: "Bundesliga-Fußball bedingt eben nicht nur die Einhaltung der Spielregeln auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des grünen Rasens."

Trainer Knaller: "Unverständlich, unbegreiflich"
Admira-Trainer Knaller traf die Nachricht am Nachmittag während des Trainings "aus heiterem Himmel. Es hat keinerlei Andeutungen gegeben", so der 55-Jährige. "Unverständlich, unbegreiflich!" Knaller hofft nun, dass über den Weg des Einspruchs die Strafe reduziert wird. "Momentan sind wir traurig, denn wir sind in den vergangenen Wochen immer besser geworden", meinte Knaller, der aber optimistisch hinzufügte: "Ich gehe davon aus, dass einiges aufgeklärt wird und es in der Berufung eine Besserung gibt. Wir müssen abwarten, wie tragisch es dann wirklich wird."

Die Admira-Kicker müssten nun rasch wieder den Kopf freibekommen, denn bereits am Samstag wartet das Heimmatch gegen Grödig. "Wir müssen Charakter zeigen. Ich gehe davon aus, dass sich vom Einsatz der Spieler nichts ändern wird. Das war eine Entscheidung auf dem grünen Tisch. Wir sind für die Leistungen auf dem grünen Rasen verantwortlich", sagte Knaller. Sollte das Urteil aufrecht bleiben, würde es aber wohl den Verlust der Klassenzugehörigkeit bedeuten. Nachsatz: "Aber ich habe im Fußball schon viel erlebt."

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