Mob gegen Migranten

Fremdenfeindliche Ausschreitungen in Moskau

Ausland
14.10.2013 12:27
Nach dem Mord an einem jungen Russen ist es in Moskau zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Hunderte Demonstranten stürmten am Sonntag ein Einkaufszentrum in Birjuljowo im Süden der russischen Hauptstadt, verprügelten Sicherheitsleute und schlugen Fensterscheiben ein, wie der Radiosender Moskauer Echo berichtete. Rund 1.200 Aggressoren wurden festgenommen, zuvor war von 380 Personen die Rede gewesen. Die Polizei führte am Montag auch unter Migranten eine Großrazzia durch.

Auslöser für die Ausschreitungen war ein tödlicher Angriff auf einen jungen Russen am Donnerstag. Der 25-jährige Mann war in der Nähe des Einkaufszentrums vor den Augen seiner Freundin niedergestochen worden, der Täter konnte fliehen. Auf Bildern von Überwachungskameras war zu erkennen, dass der Angreifer offenbar aus Zentralasien oder aus dem Kaukasus stammte.

"Russland den Russen!"
Augenzeugen zufolge stürmte die Menge nach den Ausschreitungen am Sonntag auch noch einen benachbarten Gemüsemarkt, wo zahlreiche Migranten arbeiten. Auch hier gingen Scheiben zu Bruch. Die Demonstranten riefen Parolen wie "Russland den Russen!" und attackierten Polizisten mit leeren Flaschen. Es habe zahlreiche Verletzte gegeben, hieß es.

Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft
Da trotz der etwa 380 Festnahmen einzelne Krawalle am späten Abend weiterhin andauerten, blieb die Exekutive in Bereitschaft. Bei einem Treffen mit Polizeichef Anatoli Jakunin kündigte Innenminister Wladimir Kolokolzew ein hartes Durchgreifen an. Zudem forderte er eine schnelle Aufklärung des Mordes.

Großrazzia der Polizei gegen Migranten
Die Polizei ging im Zuge einer Großrazzia am Montag aber auch gegen Migranten vor. Auf der Suche nach illegalen Gastarbeitern nahmen Sicherheitskräfte Hunderte Menschen vorübergehend fest, kontrollierten zahlreiche Autos und überprüften Dokumente. Damit wollten die Sicherheitskräfte die Situation im Stadtteil Birjuljowo entspannen. In der Vergangenheit war es zwischen Radikalen und Migranten wiederholt zu nationalistisch motivierten Konflikten gekommen.

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