"Endlich!" kommentierte die Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter" am Dienstag die Mitteilung der Königlich-Schwedischen Musikakademie, dass Gitarrist Jimmy Page (61), Sänger Roger Plant (57) und Bassist John Paul Jones (58) zusammen mit dem russischen Dirigenten Valerij Gergiew (52) mit dem Polar- Musikpreis 2006 ausgezeichnet werden. Zur Möglichkeit eines Konzerts der Band in Stockholm meinte ein Akademiesprecher: "Das ist total offen. Aber wir arbeiten dran."
Die 1989 vom früheren Abba-Manager Stig Anderson (1931-1997) gestiftete Auszeichnung sollte eigentlich als echter Nobelpreis an herausragende Musiker aus den Sparten Klassik sowie Populärmusik vergeben werden. Weil die Nobelstiftung Andersons Ansinnen aber zurückwies, ließ dieser sich den Namen "Polarpreis" einfallen und die schwedische Musikakademie über die Preisträger nach denselben Prinzipien wie bei den Nobelpreisen entscheiden.
"Pioniere des Rock"
Mit Led Zeppelin, 1980 nach dem Tod von Schlagzeuger John Bonham aufgelöst, erhält nun erstmals eine Band den mit 110 000 Euro dotierten Preis. Verliehen wird die Auszeichnung am 22. Mai. Die vier unter anderem auch durch exzessiven Drogenkonsum und zertrümmerte Hotelzimmer berühmt gewordenen Musiker seien "große Pioniere des Rock", hieß es in der Begründung der Akademie. In hochakademischer Sprache hieß es über die als Urväter des Heavy Rock allseits verehrte Band weiter: "Ihre spielfreudige und experimentelle Musik in Kombination mit stark eklektischen Elementen hat zwei essenzielle Themen: Mystizismus und Urenergie. Aus diesen Bestandteilen hat sich der Hardrock als Genre definiert."
"Rockveteranen"
Nach Vergaben an individuelle Rocklegenden wie Bob Dylan, Paul McCartney oder Bruce Springsteen wird mit Led Zeppelin erstmals eine Band ausgezeichnet. Ob Page, Plant und Jones möglicherweise mit Bonhams Sohn als Schlagzeuger in Stockholm auch auftreten werden, ist noch ungewiss. Eine musikalische Wiedervereinigung der Band auf einer Stockholmer Bühne wäre mit Sicherheit der größte "Scoop" in der Geschichte des Polarpreises, dem in den letzten Jahren auch intern bisschen zu viel Langeweile bei der Ehrung "verdienter Rockveteranen" nachgesagt worden ist.









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