Der Neubau des Universitätsklinikums in Wiener Neustadt muss noch einmal vom Landtag abgesegnet werden. Denn die kalkulierten Kosten haben sich mehr als verdoppelt – noch bevor die ersten Bagger aufgefahren sind.
Zwar wurde der Neubau des Wiener Neustädter Spital bereits 2019 im Landtag beschlossen, doch steht das Projekt am Dienstag nach Ostern erneut auf der Tagesordnung der Sitzung der Landesregierung. Denn seit dem ersten Beschluss wurde zwar noch nicht einmal ein Schäuferl Erde am Bauplatz des geplanten Schwerpunkt-Krankenhauses für das Industrieviertel bewegt. Doch braucht das Vorhaben erneut den Segen der Politik – denn die Voraussetzungen und vor allem die Kosten haben sich maßgeblich geändert.
Preise gestiegen, zusätzliche Aufgaben
War man vor sechs Jahren von Kosten in der Höhe von 561,7 Millionen Euro ausgegangen, ergibt die aktuelle Kalkulation rund 1,4 Milliarden Euro. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist der Baukostenindex vor allem wegen der Corona-Krise in den vergangenen Jahren um knapp 36 Prozent angestiegen. Zum anderen haben sich durch den Ukraine-Krieg Rohstoffe und Energie massiv verteuert.
Zudem ist mittlerweile gesetzlich eine aufwändige Umweltverträglichkeitsprüfung für den Spitalsneubau vorgeschrieben, was Mehrkosten durch Auflagen erwarten lässt. Und im neuen Gesundheitsplan des Landes wird dem künftigen Wiener Neustädter Universitätsklinikum eine zentrale Funktion ähnlich dem Spital in St. Pölten zugeschrieben. Daher sind Einrichtungen notwendig, die 2019 noch nicht vorgesehen waren – etwa ein Onkologie-Kompetenzzentrum, Hybrid-OP-Säle mit Operationsrobotern sowie ein Trauma- und Notfallzentrum.
Eröffnung sieben Jahre später
Wenn am 30. April dann der Landtag die neuen Pläne und Kosten absegnen soll, wird auch von einem neuen Fertigstellungstermin die Rede sein. War beim ursprünglichen Beschluss dafür noch 2028 vorgesehen, wird jetzt davon ausgegangen, dass das neue Wiener Neustädter Spital erst 2035 in Betrieb gehen kann.
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