Anno dazumal war sie ja noch auf Ostern beschränkt: Die „Grean“ ist ein Brauchtum, das vor allem im Weinviertel seit Generationen gepflegt wird. Waren es einst noch die Knechte und Weinlesehelfer, die von den Bauern vorrangig am Ostermontag in die Kellergassen zu Tisch geladen wurden, hat die Veranstaltung Liebhaber aus nah und fern gewonnen.
Als Lohn für die mühsame Lesearbeit luden die Landwirte seit Jahrhunderten ihre (Weinlese-)Helfer in die Kellergassen – am Dorfrand oder weiter außerhalb – des Dorfes zu Speis und Trank. Diese Tradition hat längst einen Sprung in die heutige Zeit gemacht. Und das mit kräftiger Hilfe des Tourismus’, der längst erkannt hat, welches Potenzial man aus altem Kulturgut lukrieren kann. In die „Grean zu gehen“ wird immer noch vorrangig zu Ostern, aber für Gäste bereits bis Ende Mai als buchbares Paket angeboten, um mit kundigen Winzern durch die Rieden zu wandern, die erwachende Natur zu genießen und guten Jungwein zu trinken – das Motto: altes Brauchtum neu interpretiert.
Für die Einheimischen und eingefleischte Weinliebhaber ist freilich der Ostermontag der Tag des Genusses: Es gibt kaum eine Kellergasse, in der an diesem Tag nicht aufgetischt wird. Verständlich ist, dass viele Winzer nur im engsten Familienkreis feiern. Aber viele Kellergassen haben auch für durstige Touristen die Tore geöffnet. - Infos: www.weinviertel.at/grean
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