Woher mit all der Energie, die wir tagtäglich zum Leben brauchen? Ein Kommentar von Claus Meinert, Chefredakteur der „Tiroler Krone“.
Für nicht wenige Menschen kommt der Strom einfach aus der Steckdose, in die man zu jeder Nacht- und Tageszeit Geräte ansteckt, damit sie störungsfrei funktionieren. Woher diese Energie kommt, wo und wie sie erzeugt wird, ist nebensächlich. Außer natürlich, es kommt zum Stromausfall und es geht plötzlich die Mikrowelle nicht mehr, das Bier im Kühlschrank verliert an Kälte, die Butter schmilzt vor sich hin. Licht einschalten? Fehlanzeige! Warmes Wasser zum Duschen? Ebenso! Kochen am Herd? Wie soll das gehen?
Was haben wir in Tirol nicht schon an Merkwürdigkeiten zu hören bekommen, warum Wasserkraftwerke (aber auch so manches Liftprojekt) keinesfalls umgesetzt werden dürfen. So erlangte etwa die Deutsche Tamariske, eine Gebüschart, urplötzliche Bekanntheit, als an der Isel in Osttirol ein Wasserkraftwerksprojekt geplant war. Auch so manche bis dahin eher unbekannte Rebhuhn- oder Falterart durfte schon herhalten, um ein Projekt zeitlich zu verzögern und zumindest enorme Mehrkosten zu verursachen.
Die Schizophrenie dabei ist, dass der überwiegende Teil der Tiroler Wasserkraft als sauberste Methode der Energiegewinnung sieht. Dennoch scheint es – zumindest hierzulande – so zu sein, dass man zwar immer mehr Stromquellen benötigt, die Produktionskapazitäten dafür aber einschränken will. Eine Kombination bzw. ein Wunschgedanke, der der Eier legenden Wollmilchsau gleichkommt – in der praktischen Umsetzung absolut unmöglich ist.
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