Mit „Altweibersommer“ hat Pia Hierzegger den Hit der Diagonale gelandet. Dabei ist es das erste Mal, dass die Schauspielerin und Drehbuchautorin auch im Regie-Sessel Platz genommen hat. Die „Krone“ traf sie vor der Filmpremiere zum Interview in Graz.
„Krone“: Die Österreicher kennen Sie vorwiegend als Schauspielerin – wie kam der Schritt zur Filmemacherin?
Pia Hierzegger: Es war eigentlich nicht so geplant. Aber ich hatte das Drehbuch geschrieben und sollte auch eine Rolle übernehmen, und die Film AG schlug dann vor, dass ich die Regie selber machen soll, weil die Geschichte so sehr meine ist.
Die Geschichte dreht sich um drei Frauen mittleren Alters, deren Freundschaft im Urlaub auf die Probe gestellt wird. Warum gibt es so wenige Filme über Frauen in der Mitte des Lebens?
Es gibt einfach noch nicht viele Regisseurinnen in meinem Alter. Da ist noch eine Lücke. Daher gibt’s auch nicht viele Rollen für meine Altersklasse. Dabei könnte man so viel über Frauen um die 50 erzählen. Da dachte ich mir: Dann muss ich es halt selber machen. Ich wollte was schreiben, was mir nahe ist.
Ist der Film also autobiografisch?
Nein, das nicht. Aber ich kenne ganz viele Sachen, die man im Film sieht, aus meinem Privatleben. Ich fahre wirklich oft mit zwei Freundinnen auf Urlaub und kenne die Dynamik: Drei Frauen aus unterschiedlichen Umfeldern. Das finde ich spannend, denn es ist schwierig, dass man nicht eine ausschließt.
Wenn wir im Film die drei Freundinnen kennenlernen, merken wir sofort, sie verstehen sich nicht mehr so gut. Warum haben sie sich auseinandergelebt
Das machen die verschiedenen Lebensentwürfe. Die Zeit zwischen 25 und 45 ist für Frauen total anstrengend. Du musst schauen, dass daheim der Laden läuft, und sollst auch noch erfolgreich im Beruf sein. Dann fehlt die Zeit für die Freundinnen, man lebt sich auseinander. Aber wenn es eine gute Basis gibt, findet man auch schnell wieder zusammen. Der Wert der Freundschaft ist ein wichtiges Thema im Film.
Was bedeutet Freundschaft für Sie?
Dass man gemeinsam lachen kann und gemeinsam Neues erlebt, statt immer nur über vergangene Erlebnisse zu sprechen. Einige meiner Freundinnen haben auch mit Ende 40 noch einmal etwas ganz Neues angefangen – und haben mich dadurch sicher auch angespornt, das mit der Regie zu wagen.
Warum waren Diana Amft und Ursula Strauss die Idealbesetzung?
Uschi kannte ich schon, das passte sofort. Dann wollte ich noch jemanden, der ganz anders ist. Beim Casting mit der Diana haben wir gleich gemerkt, dass wir als Trio funktionieren.
Welche von den dreien hätten Sie gern als Freundin?
Die Elli, die ich ja selbst spiele. Sie ist am unaufgeregtesten.
Was haben Sie bei dem Dreh gelernt?
Dass ich nächstes Mal als Schauspielerin unkomplizierter sein will. Man ist nicht der Nabel der Welt.
„Altweibersommer“ feiert heute Premiere bei der Diagonale. Ein Heimspiel.
Ja, viele Weggefährten werden dabei sein. Und in der jetzigen politischen Situation finde ich es sehr wichtig, dass man sieht, wie viele steirische Künstlerinnen und Künstler es gibt. Wie wichtig es ist, das nicht abzuschneiden, denn das kann man nicht mehr reparieren. Ich wünsche mir, dass das Land Steiermark das anerkennt.
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