Wahlkampfauftakt bei den Wiener Grünen: Die Ökos streben jetzt eine Koalition mit der SPÖ an und stellen auch schon erste Ansprüche. Sie fordern 100.000 neue Bäume sowie 35.000 neue Wohnungen.
Unter dem Motto „Wien – Morgen beginnt jetzt!“ sind Dienstagabend auch Wiens Grüne offiziell in den Intensivwahlkampf gestartet. Rund 200 Sympathisanten und Funktionäre hatten sich dazu im Marx Palast in der Landstraße eingefunden, um sich bei der Rede von Parteichefin und Spitzenkandidatin Judith Pühringer „Motivation und Entschlossenheit abzuholen“, wie es heißt. Mit dabei waren auch Bundessprecher Werner Kogler und die Ex-Ministerinnen Leonore Gewessler sowie Alma Zadić. Ein vegetarisches Buffet durfte natürlich nicht fehlen.
Dieser Frühling ist schon grün, aber er wird noch grüner, er wird ganz besonders grün.
Grünen-Chefin und Spitzenkandidatin Judith Pühringer
Ökos stellen schon erste Forderungen
34 Tage vor der Wahl boten sich die Grünen der regierenden SPÖ dann einmal mehr als Koalitionspartner an. „Damit endlich etwas weitergeht: Beim leistbaren Wohnen, bei der Bildung oder in der Klimapolitik“, so Pühringer in ihrer Rede – um gleich danach erste Forderungen aufzustellen. 100.000 zusätzliche Bäumen müssten in den nächsten fünf Jahren her. Eine absurd hohe Zahl, schon alleine aus Platzgründen. Denn aktuell pflanzen die Wiener Stadtgärten rund 4500 Bäume pro Jahr, Pühringers Forderung wäre also eine Vervierfachung davon.
Außerdem sollen bis zum Jahr 2030 rund 35.000 neue leistbare Wohnungen gebaut werden – davon 25.000 gemeinnützige und 10.000 Gemeindewohnungen. Zu den Wünschen der Öko-Partei zählen auch ein massiver Ausbau der Öffis und PV-Anlagen auf allen Gemeindebauten. Der Lobautunnel wird, wenig überraschend, weiterhin abgelehnt. Als Vizebürgermeisterin würde Pühringer übrigens kein konkretes Ressort anstreben.
In den Bezirken Neubau, Josefstadt und Währing stellen die Grünen aktuell die Bezirksvorsteher. In einer aktuellen „Krone“-Wahlumfrage liegt die Partei relativ stabil bei zwölf Prozent. Bei der letzten Wien-Wahl 2020 erreichten die Ökos mit 14,8 Prozent und insgesamt 16 Mandaten im Gemeinderat ihr bisheriges Rekordergebnis.
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